Link-Ecke #4

Link-Ecke

Piratenparteitag Hessen

Michael Miller hat einen sehr schönen Rückblick zum Landesparteig der hessischen Piratenpartei geschrieben: Piraten auf dem Seeweg nach Demokratia

Einstiege in Google Wave

Das “Webkompetenz”-Blog hat einen sehr lesenswerten Artikel zum Einstieg in Google Wave verfasst. (via Netzwertig). Außerdem gibts noch den “complete Guide” und bei Webworker Daily 6 Tips zum Benutzen von Google Wave beim ersten Projekt. Trotzdem finde ich das ganze bisher eher unspektakulär.

Mein Hirn explodiert

Der Spiegel hat einen interessanten Artikel über Informationsverarbeitung und die Grenzen des Verstands. Sehr netter Artikel.

Internet Explorer 9 – Microsoft gewährt erste Einblicke

BeimWebstandard-Blog gibt es Neuigkeiten rund um den Internet Explorer 9. Sehr schön, was da alles geplant ist. Leider macht dem Enthusiasmus das Wissen um Support für den IE6 bis 2014 den gar aus.

Googles Betriebssystem Chrome OS

Google stellt ChromeOS vor und alle so: “Yeaahh”. Ich nicht. Sorry. Aber kompletter Verzicht auf lokalen Speicher? Wozu nehmt ihr denn euer Notebook? Bei mir spielt das Ding auch Filme und Musik. Viel Spass mit dem ChromeOS, aber “in the Cloud” halte ich für einen ziemlich bescheidenen Ansatz.

 

Vista and me

Tja, was soll ich sagen? Ich habe Vista. Auf einem PC.

Nein, nicht auf meinem eigenen, die Firma stellt mir zusätzlich zum Notebook einen PC, der mit Vista ausgeliefert wurde. Ein Mitarbeiter hat den PC mit der Downgrade-Option versucht auf XP umzurüsten, was sich aber als ziemliche Schnapsidee herausgestellt hat, nachdem der Rechner ständig Bluescreens produzierte.

Ich habe mich entschieden, Vista auf dem Rechner zu lassen und mein Glück zu versuchen.

Die Installation war mit OEM und dem vom Hersteller gestellten Wizard kein Problem, Accounts anlegen war easy. Selbst das Einhängen in eine Domäne war gegenüber dem Aufwand bei XP ein Kinderspiel.

  1. Weniger lustig ist, dass ich den Rechner momentan via Synergy bediene und die ständigen “Achtung, sie müssen hier Administrieren”-Warnungen die Möglichkeit nehmen, das zu tun, da Maus und Tastatur in dem Moment blockiert sind.
  2. Notes starten geht auch nur als Admin gut und mit aktivierter UAC muss ich jedesmal bestätigen, dass ich wirklich Notes starten will. Damit fällt UAC also erstmal flach. Danke, IBM. Und danke Microsoft für das dämliche Nagscreen-System.
  3. Die Farbwiedergabe von Windows Vista ist standardmäßig auf irgendeine MCE-Einstellung gesetzt. Bei Vista Business. WTF!? Leider habe ich nur via dem ATI-Center die Möglichkeit gefunden, die Einstellungen auf “Standart PC” zu setzen, so dass ich auch am Vista-Rechner an HTML-und Grafikdesigns arbeiten kann, die dann auch aussehen, wie sie aussehen sollen. Was soll das denn?
  4. Das Aktivieren der Office-Trial mit einem originalen Product Key für Office Enterprise war nicht möglich, ich musste die CD einlegen und drüberinstallieren.
  5. Der Netzwerkdialog mit den Eigenschaften errreiche ich nur durch 2 Untermenüs. Das nervt.

Es gibt allerdings sogar etwas, dass ich an Vista gut finde: Die Suchfunktion im Startmenü.

 

7 Jahre alte Gummis oder: wie Microsoft das Web ausbremst

Wer würde denn einen 7 Jahre alten PC kaufen und benutzen, um aktuelle Spiele zu spielen? Wer würde ein 7 Jahre altes Auto kaufen und Sicherheitsstandards von heute erwarten? Wer würde 7 Jahre alte Winterreifen benutzten? Wer wäre so hirnverbrannt, mit 7 Jahre alten Kondomen in einen geschlechtlichen Zweikampf zu ziehen? Mit Sicherheit kein vernünftig denkender Mensch.

Warum, wenn doch das Problem so offensichtlich zu sein scheint, werden Zugriffe vom IE6 immer noch in nicht geringem Ausmaß verzeichnet? Warum gibt es immer noch Menschen, die den IE6 benutzen?

Einer der Gründe ist ganz klar: „Warum soll ich mir einen neuen Browser zulegen, wenn der (alte) ja super funktioniert?

Welche Risiken und Kosten das birgt, ist vermutlich wenigen Menschen klar, denn wenn man der Agentur/Firma sagt, die Seite soll auch mit dem IE6 funktionieren, dann machen die das schon. Klar, dass man sich als Firma/Designer auch bezahlen lässt. Schließlich ist meistens die letzte Stufe der Gestaltung der Webseite das „identisch aussehen im IE6“ hinzubekommen, wie es der Kunde wünscht, auch wenn man als Designer ja dowebsitesneedtolookexactlythesameineverybrowser.com kennt und gut und richtig findet.

Am Ende macht man sich dann doch wieder zum Horst, denn irgendwie muss man ja die Rechnungen bezahlen.

Und es funktioniert ja mit dem IE6 alles noch so super. Dafür arbeiten Menschen, die deswegen Magengeschwüre, Akne und ständige Kopfschmerzen nebst Tourette und immerwährenden Stimmen im Kopf, die sie beschwören, doch endlich der dunklen Seite nachzugeben, bekommen. Aber man braucht ja nichts neues. Geht ja alles.

Und das erwähnte Vergleich mit den 7 Jahre alten Gummis durchaus berechtigt ist, sollte auch klar sein. Denn: Wenn man sich überlegt, wie viele Schädlinge und Viren sich in den letzten 7 Jahren so verteilt haben, sollte man schon auf aktuellere Technik, die Dinge wie XSS, Phishing etc. etwas erschweren, setzen. Und wer sich schon nicht den Firefox installieren will, sollte wenigstens den IE7 einsetzen, und das so schnell wie möglich.

Denn ein (positiver) Nebeneffekt des Wegfallens des IE6 ist folgender: Alle Browser können beispielsweise transparente PNGs darstellen, auch der IE7. Das würde in einer sehr kuzen Zeit zu einer extremen Nutzung im Webdesign führen, denn die Möglichkeiten, die sich aus alphatransparenten Grafiken und CSS2 und CSS3 ergeben, sind gegenüber dem derzeitigen Design nahezu unbegrenzt.

Ich werde in Zukunft (privat) nicht mehr mit dem IE6 testen. Damit schließe ich mich dem IE Death March an.

Update:

Ich habe meinen Artikel beim Webstandard-Blog zum Thema “Wie beschreibt man die Unzulänglichkeiten des Internet Explorer” verlinkt. Außerdem sollte ich noch anfügen, dass das für mich als Privatperson gilt. Für Geld (in der Firma) werde ich wohl noch eine Weile mit dem Problem zu tun haben, auch wenn ich noch so oft sage, dass ich das nicht will und scheisse finde.

 

Die Geister, die sie riefen

Microsoft hat ein Problem. Ein großes. Und Asus ist schuld. Asus und der Eeepc. Denn keiner hätte vorher gedacht, dass ein Markt für billige, aber schwache Rechner existiert.

Das Problem an der Geschichte: die Rechner sind stark genug für XP – jedenfalls gerade so, aber zu schwach auf der Brust für Vista. Und nachdem Vista sowieso schon fast nur als OEM über den Tisch ging (ich will nicht bestreiten, dass es nicht auch ein paar Verrückte gibt, die das auch so gekauft haben), die Verkaufszeit für XP schon verlängert wurde, jetzt auch noch die Verfügbarkeit für “schwache Rechner” verlängert wurde.

Und warum? Weil man Angst hat. Was ist günstiger und kann auch auf schwacher Hardware relativ performant laufen? Richtig.

Linux. Microsoft hat Angst vor Linux. Aber warum?

Die Antwort ist relativ simpel, finde ich: Man hat sich größtenteils auf den Markt beschränkt, der das meiste Geld versprochen hat. Aufrüstwillige, Gamer, Speedfreaks. Und dabei den Long Tail des Hardwarebusiness vergessen oder ignoriert.

Grafik von trnd.com
Rechenpower-Umfrage bei trnd.com

Wer erwartet auch, dass jemand ein Notebook kauft, dass nicht so viel kann, wenig kostet und ultraklein ist? Vielleicht, weil es für viele Menschen ausreicht. Natürlich kaufe ich den Aldi-PC für 500 Euro, weil die Hardware die nächsten zwei Jahre hält, bis das neue Windows mehr Ressourcen frisst, als der aktuelle Rechner unter Volllast. Und das nur für ein bisschen surfen? Und was mache ich eigentlich, wenn ich Zug fahre, oder Bus? Wenn die IT-Zielgruppe ja auch größtmögliche Flexibilität und Mobilität getrimmt wird? Und so jemand kann mit einem kleinen Notebook im Zug eher was anfangen wie mit einem 12-Zoll- (hab ich ausprobiert) oder gar 15-Zoll-Notebook (will ich gar nicht ausprobieren, weil ich das mit dem 12er schon probiert habe).

Und aufgrund der geforderten Mobilität der Geräte ist die Leistung dem entsprechend schwächer. Und da stinkt Vista nun mal ab. Sowohl in der Performance, als auch bei den Kosten. Und selbst bei trnd-Partnern ist die Rechenpower nicht überdurchschnittlich, obwohl diese eine perfekte Werbezielgruppe abgeben: Jung, netzaffin, vermutlich einigermaßen zahlungkräftig.

Aber mit der ganzen weiterschlepperei wird das nie was, mit dem Vista-Absatz. Entweder, das nächste Windows zieht wirklich einen Schlussstrich, oder es wird eine Extraversion für schwache Rechner veröffentlicht, sonst wird das nichts. Aber das nächste Windows hat ja vermutlich den gleichen Kernel wie das aktuelle Vista. Und ein sich “in Entwicklung” befindlicher Microkernel, der 24 Megabyte groß ist (auf der Platte, nicht im RAM) wird so schnell auch nichts retten können. Aber wir werden es sehen. Ganz sicher.

Update: Golem hat gerade ein Interview mit Nat Friedman von Novell veröffentlicht. Titel: Mini-Notebooks sind eine große Chance für Linux.

 

Die FAZ schreibt über OOXML

oder: “Selbst Heise-Trolle haben mehr Ahnung”

In dem heutigen Artikel “Microsofts Office OpenXML – Ein Dateiformat für die Computer der Zukunft” steckt so viel unrecherchierter Müll drin, dass man selbst einem Heise-Troll eher einen Grimme-Preis verleihen könnte.

  1. Es gibt seit 2006 das OpenDocument Format, auch bekannt als ISO/IEC 26300 und von keinem einzelnen Hersteller abhängig
  2. Die Dateiendung für Dateien, die mit OOXML gespeichert werden, ist nicht “.xml”, sondern beispielsweise “.docx” für Word-Dateien
  3. “.xml”-Dokumente können seit Office 2003 verwendet werden
  4. Sowohl die XML-Dokumente aus Office 2003, als auch die aus Office 2007 sind nicht im neuen ISO-Standard beschrieben, das neue Format in Office 2007 diente lediglich als Vorlage
  5. Welches der beiden im Artikel verwechselten/vermischten auch immer Carsten Knop meint, keines davon hat sich auf allen Plattformen, die er nennt (“Linux, Windows, Mac OS und Palm OS”) verbreitet, geschweige denn “durchgesetzt” und schon gar nicht als Standard, wahrscheinlich verwechselt er das mit ODF
  6. Warum wird erst erklärt, dem Standard stehe nun nichts mehr im Weg, dann heisst es, der Standard hätte sich schon auf vielen Plattformen eingefunden (s.o.) und am Ende des Artikels steht ein “[...] habe der Standard auch noch deutlich verbessert werden können”?
  7. Wie geht es denn dann, dass der im April 2008 durch Kommentare erweiterte und dann erst verabschiedete Standard “bereits in Office 2007 enthalten ist”, welches schon im Januar 2007 zusammen mit Vista verkauft wurde?

Zusammenfassend lässt sich also vermuten, dass Carsten Knop keine Ahnung hat, was er da eigentlich schreibt. Zumindest, was die Technik angeht. Aber seine Beschreibung im FAZ-Vorstellungsteil macht deutlich, dass er eigentlich was anderes tut: “Unternehmensberichterstattung”. Was auch immer das bedeutet, der OOXML-Artikel liest sich für mich so, dass da jemand ein Presserelease von Microsoft auf’s allerübelste verhackstückt hat, dazu noch ein paar Gedanken eines unbedarften, ein paar Gerüchte und ein paar Heise-Troll-Behauptungen und -Formulierungen.

Lieber Carsten, ein bekannter deutscher “Comedian” hat vor ein paar Jahren eine weise Nachricht durch den Äther geschickt und damit meine ich nicht das Appelt’sche “Ficken”, es war Dieter Nuhr, der eine elementare Lebensweisheit zu bundesweiter Bekanntheit gebracht hat, ein geflügeltes Wort:

Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal: Fresse halten!

Klingt drastisch und gemein, ist aber verdammt richtig. Man muss ja schließlich nicht mit einem zum Fachwissen antiproportionalen Mitteilungsbedürfnis auffallen.

Update: Bei Tom’s Hardware findet sich eine kleine quantitative Gegenüberstellung: ODF: 860 Seiten, OOXML: über 6500 Seiten

 

Schick. Dein. Fax(oder Brief). JETZT!

Schreibt der DIN bis zum 28. März was ihr von OOXML haltet:

standardtext.png

Schickt ein Fax:
DIN Deutsches Institut für Normung e. V.
Burggrafenstraße 6
10787 Berlin
Tel.: 030 2601-0
Fax: 030 2601-1231

Standard-Vorlage als Open Document

 
 
 
 

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