Das Problem mit der Home Automation

Das Problem mit der Heimautomation ist in der Regel nicht der fehlende Bedarf. Jeder würde sicher gerne von unterwegs irgendwas steuern können. Kameras sind am verbreitetsten. Aber auch Dinge wie Kaffeemaschine, Heizungssteuerung oder Ofen sind vergleichsweise alltagstaugliche Beispiele.

Das größte Problem ist aus meiner Sicht die Steuerung durch Dritte. Damit Hausautomation einfach und narren“sicher“ funktioniert, muss in der Regel das zu steuernde Gerät sich per WLAN und Internet an einen Service des Verkäufers anmelden, das Steuergerät (in der Regel ein Smartphone oder Tablet) muss das gleiche machen, in der Regel per App.

Heimautomation = Heim-Fremdsteuerung

Aus meiner Sicht ist genau das das Problem: Nicht ich steuere die Dinge in meinem Haus, sondern Dritte. Anbieter, deren Hardware ich gekauft habe, die (in der Regel) kostenlos einen Service betreiben. Kostenlos geht dabei dann oftmals auch mit einer finanziell bedingten Sorglosigkeit im Bereich Sicherheit einher.

Am Beispiel der Sicherheitslücken in der Heizungssteuerung der Firma Vaillant ist ja in der Vergangenheit schon demonstriert worden, welche Probleme dabei entstehen können.

Und wenn nun beispielsweise ein fiktiver Anbieter, der Ofensteuerung per App anbietet und dabei über das Internet geht, gehackt wurde (mit Heartbleed und Shellshock sind ja bereits größere und verbreitete Sicherheitslücken bekannt geworden), kann theoretisch jemand alle Öfen dieser Kunden fernsteuern. Ähnlich gelagert ist dabei auch die Einführung der Smartmeter, die ihre Daten ja auch gerne über ungesicherte Web-Schnittstellen durch die Gegend funken.

Sicherheit ≠ Bequemlichkeit

Ja, die Lösung über eine dritte Stelle ist einfach und für den normalen User bewältigbar. Ob es eine gute Idee ist, technisch eher unbedarfte Nutzer ihre Häuser fernsteuerbar zu machen ohne die Konsequenzen abschätzen zu können, sei dahingestellt. Die Verantwortung für die Sicherheit des Hauses wird aber abgegeben.

Andererseits ist die Sicherheit solcher Lösung nicht wirklich Bedienerfreundlich, auch dessen bin ich mir bewusst. Auch und gerade in Zeiten der Umstellung auf IPv6, während es eben noch nicht flächendeckend alles so gut funktioniert und man sich zum Nach-Hause-Wählen noch eher anspruchsvolleren Lösungen zuwenden muss, ist sichere Heimautomation eher noch Zukunftsmusik, langfristig aber einfacher als bisher möglich.

Hier sind aber noch einige Schritte notwendig, die das ganze benutzerfreundlich machen müssen, bevor das ganze wirklich massentauglich ist.

Wer also Home-Automation betreiben will, sollte vorher Risiken und Chancen genau abwägen und genau hinschauen, wer am Ende wirklich das Haus steuert. Und als Bastler / Heimwerker, die meistens mehr handwerklich und weniger Internet-Security-versiert sind, hat man sich da schnell auf „Security Through Obscurity“ Maßnahmen eingelassen.

Die Welt der (sicheren) Home Automation via Internet bleibt damit bis auf’s weitere wenigen Menschen vorbehalten.


Bild: CC0 by Carli Jean, via Unsplash

Links zum Thema Gender-Marketing

Wenn ich Anfange, über Gender-Marketing nachzudenken und schreiben zu wollen, habe ich spätestens nach 30 Minuten Schaum vorm Mund und renne mit dem Kopf dauernd an einen metallenen Türrahmen. Lachend. Irre lachend. Meine Frau macht dabei mit.

Wir haben eine Tochter. Wir sind mit Sicherheit nicht komplett frei von Rollenklischees und rosa steht der Kleinen auch ganz gut. Aber diese aktuelle segmentierung von Angeboten auf Basis dieser Rollenklischees ist einfach nur zum kotzen.

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