Wie das Land Hessen Arbeitszeit vernichtet

Da kommt das Land Hessen so frisch, fröhlich, frei daher und sperrt vom 7.11. bis 13.11. mal eben so ein Stück Landstraße und sorgt dafür, dass ich nicht zur Arbeit komme. Prima. Ich frage mich, was ich da machen sollte, hätte ich kein Auto und Frau, die mich Notfalls fahren könnten.

Und während das Busunternehmen vom 7. bis 13. rechnet, behauptet das Land Hessen, die Baustelle ginge vom 12.11. bis zum 17.11. Wenn also alles schief geht, fährt also vom 7. bis zum 10 kein Bus an meine Arbeitsstelle, es sei denn ich nehme eine 1,5 Stunden-Tour über Hanau auf mich, von wo aus ein Sonderbus fährt.

 

Fahrplanänderungen

Auf meinem Arbeitsweg wird gebaut. Genauer gesagt: eine ganze Straße ist komplett gesperrt für 2 Wochen. Die Straße ist zwischen 2 Ortsteilen und hat keine Alternativ-Route, wenn man von einem Fahrradweg absieht.

Die „Fahrgastinformationen“ im Vorfeld waren von Fehlern und Unterlassungen begleitet: Die Busfahrer wissen von nichts und schieben es auf den RMV, an den Haltestellen hängt nichts, lediglich in den Bussen hingen Hinweise, man könnte sich den neuen Fahrplan für die 2 Wochen im Internet bei dem Unternehmen herunterladen, die die Strecke fährt. Ich bin dazu durchaus in der Lage, bezweifle aber sehr stark, dass die Senioren im Bus das auch können.

Gestern morgen bin ich das erste mal die Strecke gefahren und war auf eine Stunde Wartezeit in Somborn eingerichtet, so suggerierte der Fahrplan, der auf der Internetseite der Firma „Stroh-Busreisen“ zu finden war. Tatsächlich gibt es aber eine deutlich schhnellere Verbindung nach nur ca. 5 Minuten Wartezeit, die auch die Haltestelle meiner Arbeitsstelle anfährt (was der Bus auf dem Fahrplan nicht getan hätte).

Der RMV kennt immerhin die Buslinie von Somborn nach Hanau und sagt auch an, dass diese nur während der Herbstferien gefahren – von der Firma Stroh übrigens. Was der RMV nicht kennt, ist die geänderte Strecke als solche. Die Abfrage von meinem Wohnort zu meiner Arbeit zu fahren liefert immer noch die alte Route, ohne Hinweise auf geänderte Strecken und Zeiten.

Insgesamt bin ich dann also die nächsten 2 Wochen eine mindestens Viertelstunde später auf der Arbeit, solange es nicht einigermaßen zuverlässig trocken ist. Sonst fahr‘ ich Motorrad.

Die Heimfahrt hat sich überraschenderweise ebenso problemlos funktioniert. Allerdings scheint es als hätten ein paar Menschen die die Busse vorher nehmen wollten weniger Glück gehabt. Wir werden sehen, ob sich das noch einspielt.

Mützenvergesser

Im Bus einschlafen / vor-sich-hin-dösen mit der Mütze auf dem Knie ist ungünstig.

Überhastet aufstehen und aus dem Bus rennen, und dabei die Mütze in den Wasser/Dreck-Matsch auf dem Boden fallen lassen: noch ungünstiger.

Das ganze mit der Mütze erst draußen zu merken, wenn der Bus schon weitergefahren ist: superblöd.

Frankfurt by bike

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Frankfurt Skyline (cc) von shindarsky

Frankfurt mit dem Rad ist eine deutlich angenehmere Sache als Frankfurt mit dem Auto – wenn man bereit ist ein paar kleine Dinge einfach zu akzeptieren. Das mit den Verkehrsregeln, die in Frankfurt – vermutlich in Großstädten generell – für Fahrräder anders ausgelegt werden.

Auf jeden Fall ist das vorrankommen im großen und ganzen sehr entspannt und zügig. Zügiger auch, als mit dem Auto, kostengünstiger allemal. Fahrradständer oder -abstell-und-Anschließmöglichkeiten allerortens, gesparte Parkgebühren, vom Benzin ganz zu schweigen.

Unschön wird es aber, wenn man mit dem Rad nicht – wie geplant gegen Ende des Tages zum Bahnhof zurückfährt, sondern aufgrund höherer Gewalt (namentlich: Gewitter und Sturm) gezwungen ist, überstürzt in eine U- und S-Bahn-Station zu flüchten. Die sind nämlich extrem Fahrradunfreundlich. Fast Rolltreppen only bedeutet: „No bikes“ bzw. nur sehr eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten für Radfahrer.

Damit bleibt das Fazit: Frankfurt in Zukunft mit dem Rad, aber nur, wenn kein Gewitter angekündigt ist.

Reine Abzocke – Anreise zu Veranstaltungen auf dem Hessentag

Also, wenn ich über 20€ für ein Veranstaltungsticket bezahle, dann finde ich es gerechtfertigt, wenn das ein Kombi-Ticket ist. Normalerweise ist das in unserem Umkreis der RMV, der die Anreise innerhalb seines Gebiets zum Veranstaltungsort und zurück organisert. Das ist mittels Bus und Bahn in den meisten Fällen auch problemlos möglich.

Dann hat man ein Event wie den Hessentag fast direkt vor der Tür und hat keine Kombikarte. Der Transfer in den Nachbarort mittels ÖPNV kostet knapp 4€, natürlich hin und zurück. Wäre ja noch schöner.

Ich frage mich dabei, was man sich dabei eigentlich gedacht hat. Mich perönlich betrifft das „aus Gründen“ zwar nicht, ebensowenig meine Freundin, aber dafür andere Menschen in meinem persönlichen Umfeld, die ihr letztes Geld für Karten ausgegeben haben, die sie verschenkt haben. An Menschen, die sich das mit dem Bus auch zweimal überlegen müssen.

Schließlich kommen so auf die ca. 25€, die inkl. Systemgebühr, VVK-Gebühr und Porto schon fällig wurden, weitere 8€ pro Person dazu.

Für meine Galaxy-Tickets habe ich 25€ gezahlt inkl. An- und Abfahrt im RMV-Gebiet. Damit konnte ich bis nach Fulda fahren. Für die Hosen in der Festhalle Frankfurt habe ich etwa 30€ gezahlt, inklusive An- und Abfahrt mit dem RMV. Warum zum Henker ist das hier anders?

Das, liebe Leser, Mitbürger, Hessentagsbesucher, ist nichts weiter als: pure Abzocke! Andere Worte wollen mir dafür nicht einfallen. Und wenn ich mir die Partnerliste ansehe, und mir dazu ansehe, wie der RMV als Verkehrsdienstleister auf der Seite gepusht wird, inklusive „Fahrplanauskunft„, dann frage ich mich wirklich, warum ich für eine Anreise nochmal zahlen soll.

Wenn einer einen Umzug macht…

… dann kann er was erzählen. Ich könnte über eine extrem bescheiden verfugte Badewanne erzählen, eine Duschwand, einen festklebenenden Toilettendeckel oder einen seit einer Woche erwarteten Kühlschrank. Aber dabei würde ich mich vermutlich aufregen.

Deswegen erzähle ich heute mal was von meinem Morgen. Wie es zuletzt aussah mit dem ÖPNV, dem Arbeitsweg und mir, habe ich ja lang und breit beschrieben. Um 6:30 Uhr bin ich aufgestanden, in die Dusche gehüpft und habe mir danach einen Kaffee gemacht, ein bisschen Feeds am Notebook am Küchentisch gelesen.

Um ca. 7:10 Uhr fuhr der Bus am Haus vorbei, also habe ich Jacke, Tasche, Rucksack gegriffen und bin gemütlich zur Bushaltestelle gelaufen, an der der Bus bereits auf mich wartete. Um 7:20 Uhr  fuhr der Bus los, ca. 20 Minuten später war ich dann Wolfgang und habe entspannt und glücklich mein Büro betreten. Um 7:45.

Busfahren ist toll. (Zumindest so)

Mehr Zeit für sich

Umziehen will ich, nein, wollen wir. Zentraler zur Arbeit. Nähe zur Arbeit, das hört sich vielleicht ein bisschen nach Trabanten an, nach Arbeit 1.0, nach Angestelltenzwang und Schichtarbeit. Okay, das mit der Schicht mag bei meiner Freundin zutreffen, aber in erster Linie ist es Bequemlichkeit, Annehmlichkeit, Leben 2.0.

Mit ist gerade aufgefallen, wie wenig Zeit mir an einem normalen Arbeitstag noch bleibt, das ist momentan nicht wirklich viel. Ein wenig hat das mit meinem Arbeitsweg zu tun, der sich in den letzten drei Jahren immer weiter verschlechtert hat, zumindest mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von meinem jetzigen Wohnort zu meiner Arbeitsstätte. Das wäre alles halb so wild, man könnte ja abends auf dem Nachhauseweg einen Kaffee trinken gehen, ein bisschen Zeitung lesen, was man halt so in vorhäuslicher Entspannung tut.

Wäre da nicht die Tatsache, dass mein einstündiger Heimweg mit dem Umsteigen mitten in der Pampa wäre, umgeben von zwei Tankstellen, die so wirklich gar kein Kaffee-Feeling aufkommen lassen wollen. Dazu kommt, dass man in einem überfüllten Überlandbus aufgrund der überfüllenden, als auch aufgrund der baulichen Eigenheiten von Überlandbusen nicht wirklich lesen kann, schon gar nicht im dunkeln. Werde ich mitgenommen, brauche ich für den Hinweg und den Rückweg zusammen nur die Hälfte der Zeit, die ich für einen Weg mit ÖPNV habe, verlasse das Haus aber fast genauso früh und bin unwesentlich früher zu Hause als mit dem Bus.

Damit verlängert sich die Zeit, die ich nicht für mich habe, trotzdem, und auch wenn ich in der Firma ein wirkich gutes Klima habe und die Arbeit Spass macht, ist das nicht die Art und Weise von Work-Life-Balance, die mir vorschwebt.

Was mir momentan die Zeit frisst ist hauptsächlich ein bescheidener Arbeitsweg, das Vorbereiten auf meinen Führerschein und die Suche nach der Wohnung. Und wenn die gefunden ist, ist das erklärte Ziel zwar nicht „Füße hochlegen“, aber doch eine gewisse Entschleunigung des Arbeitstages, etwas später aufstehen, Zeit haben mal eine Zeitung zu lesen, ohne, wie eben gerade passiert und Impuls gebend für diesen Artikel: 5 ungelesene Magazine wegzuschmeißen.

Denn in der neuen Wohnung (wo auch immer in dem Ort sie sein wird), wird sich mein Anfahrtsweg mit dem Bus auf ein die Hälfte bis ein Viertel verkürzen, außerdem habe ich von dort mehr Anfahrtsvektoren – was bei aktuell einem kein großes Kunststück sein dürfte.

Und damit ist schon wieder eine halbe Stunde um , in der ich eigentlich mit meiner Freundin und einem Film Zeit verbringen wollte, die ich aufgrund eines akuten Ärgeranfalls (ausgelöst durch das Wegwerfen der Zeitungen) mal lieber damit verbracht habe, ins Internet zu kotzen, anstatt Mitmenschen in Mitleidenschaft zu ziehen – was trotzdem nicht ganz gelungen ist. Leider.

Aber das mit dem Zeitverbringen werde ich jetzt schonmal tun. Und dann in Zukunft mal wieder eine Zeitung oder ein Buch lesen, bewusst Musik hören. Alles Dinge, die derzeit hinter allem anderen schleifen. Zeit das sich was dreht.

Nachtrag zum Fahrplanwechsel

Ongar buses by Mags on Flickr

Zum Glück habe ich heute morgen noch mal kurz auf den ausgedruckten Fahrplan geschaut. Und zum Glück habe ich den versteckten Hinweis „nicht täglich“ entdeckt. Sonst würde ich ich irgendwo in Hanau irgendwo rumstehen und nicht wissen, wo ich hinfahren sollte.

Denn zumindest an meiner „Haushaltestelle“, bei der ich nicht durch den ganzen Ort laufen muss, habe ich doch keine Wahl, mit welchem Bus ich fahren kann. In der Schulzeit die Strecke mit dem Schulbus, in der Ferienzeit die Strecke mit dem Wald. Sehr nett.

Kundenverscheißerei at it’s best. An der anderen Haltestelle am anderen Ortsende ist es nicht ganz so schlimm. Da sind es nur 3 von 5 Linien, die man als „Normalroute“ benutzen könnte. Und hier kann ich dann Wählen, zwischen „Schulbus und Pampa“ oder „nur Pampa, in der vermutlich kein Bus hält“.  Allerdings fährt von den 3 „zuverlässigen“  Linien eine zu der Zeit, zu der ich noch schlafe.

Fahrplanumstellung beim RMV – Ein Schlag ins Gesicht

Oder: „Der Wahnsinn hat Methode.“

Ich fahre Bus. Oder besser: Ich würde es gerne. Denn mein Weg zur Arbeit hat sich noch mehr verschlechtert als bisher. Jedes Jahr bei der alljährlichen Fahrplanumstellung werden Linien gekürzt. Das führt natürlich dazu, das weniger Leute den ÖPNV benutzen, was wiederum zu Kürzungen führt usw.

Konkretes Beispiel: Anstatt morgens nach Hanau zu fahren und ca. 20 Minuten später zur Arbeit fahren, darf ich mich (an Schultagen) morgens in einen überfüllten Schulbus quetschen, über eine dicht befahrene, nicht beleuchtete und nicht mit Gehweg ausgestattete zweispurige Straße bewegen, nur um die Hälfte des Weges, den ich bis dahin gefahren bin, zurückzufahren und an meiner Arbeit aussteigen zu können.

Oder ich fahre wie bisher, nur anstelle an meiner Firma auszusteigen, muss ich eine Haltestelle weiter aussteigen (die in der Pampa liegt und an der kein Busfahrer in den letzten vier Jahren angehalten hat), über eine dicht befahrene, nicht beleuchtete und nicht mit Gehweg ausgestattete zweispurige Straße latschen und hoffen, dass der Busfahrer der gleichen Linie auf der Gegenrichtung auch schnallt, dass er dort anhalten muss (was auch er seit 4 Jahren nicht getan hat).

<ironie>Das lässt hoffen.</ironie>

Klar, dass viele Leute bei solchen Einschnitten lieber auf das Auto umsteigen, CO2 produzieren, Staus verursachen und die Umwelt verschmutzen. Demnächst auch bei mir. Danke, Scheiss-RMV.

Längere Züge auf den S-Bahn-Linien S1 und S2 bieten mehr Platz am Wochenende. Auf vielen Linien verbessern sich Anschlüsse, und der Einsatz neuer Busse nach Ausschreibungen steigert den Komfort für die Fahrgäste. Die Preiserhöhung liegt bundesweit am unteren Level und unter der Teuerungsrate im Nahverkehr.

Und dann noch so eine Pressemitteilung mit vollen Worten veröffentlichen und für die neuen Fahrpläne auch noch Geld verlangen. Kapitalismus at it’s best: Selbstzerstörungsmodus.

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