Was fehlt: Autorip für alle Inhalte!

Autorip bei CDs

Amazon bietet ja nun schon eine Weile für die meisten(?) CDs AutoRip an. Das bedeutet, wenn ich eine CD kaufe, die dieses unterstützt, bekomme ich direkt bei Kauf in der Amazon-Cloud die MP3s des Albums bereitgestellt.

Komfortgewinn

Auf dem Android-Phone oder Kindle kann ich die Dateien direkt runterladen, oder auch am Rechner. Damit habe ich ab dem Moment, ab dem ich die CD gekauft habe, Zugriff auf den Inhalt, in guter Qualität. Wenn die mir nicht zusagt, kann ich die CD immer nochmal selbst rippen, wenn der Tonträger bei mir zuhause ankommt.

Da die MP3-only-Versionen der Alben in der Regel nur einen geringen Preisunterschied aufweisen, ist der Komfort- und Sicherheitsgewinn dabei in Relation mit den Mehrkosten vernachlässigbar.

Sicherheitsgewinn

Den Komfortgewinn hatte ich ja nun hinreichend beschrieben. Mit zusätzlicher Sicherheit meine ich dabei nun folgendes: Als Nutzer ausschließlich digitaler Inhalte bin ich auf die Gütigkeit von Amazon angewiesen, mir diese Inhalte dauerhaft zur Verfügung zu stellen. Sollte Amazon dann aus irgendeinem Grund keine Lust oder Möglichkeit mehr haben, dies zu tun, bin ich auf Datensicherungen angewiesen. Und darauf, dass ich meine Inhalte auch immer schön heruntergeladen habe.

Mit der physikalischen CD zuhause im Schrank habe ich das Problem nicht. An die kann ich immer ran, außer wenn die Hütte abbrennt. Aber in diesem Fall ist die CD in der Regel das kleinste Problem.

Autorip für Bücher

Ich habe ein Problem. Ich mag Bücher. Geruch, Klang der Seiten beim Umblättern, all das haptische. Ich mag aber auch die Vorteile, die eBook-Reader bieten: Suche, Gewichteinsparung, im Dunkeln lesen können…

Ich mag an eBooks nur eines nicht: Ihre “Fast genauso teuer aber deutlich weniger Leistung als das echte Buch”-Umsetzung.

DRM. Digtale Rechte-Minimierung. Ich bezahle für ein Buch, was weniger kann, fast genausoviel wie für ein physisches Exemplar. Ich bezahle für endlos reproduzierbare Bits und Bytes (fast) das gleiche, wie für gedruckte, gebundene, transportierte Bücher aus Papier. Irgendwas stimmt da nicht.

Und dann kommt der Knaller: Ich bezahle fast das gleiche wie für ein Buch aus Papier, das bei mir im Regal steht, dass der Händler mir nicht einfach mal so eben wieder wegnehmen kann. Und dann habe ich nichtmal wirklich ein Buch. Ich habe eine nicht-exclusive, von Amazon (wird bei iTunes und Tolino Shine etc. auch nicht anders sein) jederzeit wiederrufbare Nutzungslizenz für das Buch.

Warum bekomm ich dieses “Gimmick” eigentlich nicht gleich zum Buch dazu? Warum geht das bei den CDs, aber bei den Büchern nicht?

Autorip für Filme

Und warum kann ich das nicht auch für Filme haben? DVD und BluRay bekommen jeweils die Digitale Version zum sofort losstreamen dazu. Warum geht das nicht bei Filmen?

Ich würde mehr Filme kaufen, wenn ich die physische Disk hätte, aber (eventuell) auch gar nicht bräuchte, weil ich die FIlme direkt streamen kann.

Fragen über Fragen

Warum kann ich die digitale Version eines Contents nicht umsonst dazubekommen? Das wäre mal ein wirklich kundenfreundlicher Schritt in die richtige Richtung. An dieser Stelle würde ich persönlich sogar DRM bzw. eine die Nutzungslizenz anstelle eines Eigentums akzeptieren.

Alternativ wäre ein kleiner Aufpreis von 1-2 Euro möglich, dann allerdings bitte ohne DRM. Hier würde ein Mehrwert für beide Seiten entstehen: Der Kunde hat mit wenig Mehrkosten sofort eine qualitativ gleichwerte Bereitstellung des Inhalts und der Anbieter hat bei unwesentlichen Mehrkosten für die Bereitstellung mehr Geld für den Inhalt eingenommen.

Welche Hürden kann es hier denn groß geben, die größer sind als RIAA und Konsorten? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Verwertungsgesellschaften so wenig Interesse an Direktabsatz haben. Die Alternative ist ja die Bereitstellung der Inhalte über Streamingplattformen, womit am Ende auch keinem gedient ist.

Cliparts: e-Book-Icon, CD, Movie

Link-Ecke #14

  1. Interview mit mir beim Parkrocker

    Was soll ich dazu groß sagen?

  2. Neue Referenz für flexible Layouts: Hicksdesign

    Wir Webkrauts predigen ja seit langer Zeit, dass sich wahrhaft gute Webdesigns anpassen müssen an ihre Umgebung. Anders als gedruckte Zeitungen nehmen sie immer die Form an, die gerade am besten zur Nutzungssituation passt.

    Kleine Demontration von CSS Media Queries, die jetzt auch hier im Blog zum Einsatz kommen um den Netbook-Usern mehr Content auf den Screen zu bringen indem der Header für sie ausgeblendet wird.

  3. Watchblogs: Wächter über dem Mainstream

    All diese Seiten verbinden Expertise und aufklärerische Leidenschaft mit den Stärken der Blogs: Geschwindigkeit, Vernetzung, flexible Formen. Doch Watchblogs sind mehr als eine Plattform, auf der Medienmenschen über miese Kollegen und Verlage schimpfen. Viele Interessen- und Randgruppen dokumentieren durch Media Monitoring Diskriminierung und schaffen klare Gegenstimmen.

    Wahnsinn. Hat da eine Zeitung mal nachgedacht? Es scheint so.

  4. eEtiquette – 101 Leitlinien für die Digitale Welt

    Früher war alles einfacher: Ein Mann war ein Gentleman, eine Frau eine Dame und Knigge regelte seit über 200 Jahren wie die Menschen miteinander umzugehen hatten. Und heute?

    (via @michaeloeser)

  5. RIAA Accounting: Why Even Major Label Musicians Rarely Make Money From Album Sales

    It starts off with a band getting a massive $1 million advance, and then you follow the money […]

    Interessanter Artikel darüber, was ein Künstler am Ende von seinem Vorschuss hat und was er von dem produzierten Album noch so reinbekommt. Oder auch nicht. (via fefe)

  6. Bürger, nutzt die Informationsfreiheit!

    Eine Revolution in Richtung Transparenz: Das Informationsfreiheitsgesetz. Doch ohne wissbegierige Antragsteller keine Informationsfreiheit: Eine Kultur der Informationserteilung hängt auch von Bürgern und Journalisten ab, die das Recht nutzen.

    via bildblog

Wie man sich effektiv die Kunden vergrault

Ich halte Ingame-Werbung dann ok, wenn sie entweder

  • Integrativer Bestandteil eines Spiels ist (z.B. bei der NFS-Serie)
  • In Online-Spielen zur Finanzierung ebendiesen Spiels beiträgt oder
  • dafür sorgt, dass das Spiel für mich als Kunden günstiger ist und
  • der Kunde/Käufer eines „Vollspreisspiels“ darauf hingewiesen wird

Keiner dieser Fälle ist mit dem Fall WipeoutHD eingetreten. Hier wurde im Nachhinein am Spiel herumgepfuscht, das Spiel objektiv verschlechtert um die Kunden ein zweites Mal zu einem Goldesel zu machen.

Damit scheint zieht Sony in den Kreis der Kundenverachter ein, nebst EA mit DRM-Kopierschutzmaßnahmen und Musik- und Filmindustrie mit ihren Kopierschutzsystemen, die ein Abspielen nicht möglich machen.

Sehr geehrter Herr Gorny, lieber Dieter,

bitte bitte bitte: entscheiden Sie sich! Wollen Sie nun Stoppseiten für Filesharing-Seiten oder Internetverbote für Filesharer?

Beides geht ja nicht, denn wenn wie Seiten „gestoppt“ werden kann natürlich niemand darauf zugreifen. Und wenn doch, dann wären die Sperren ja selbst in ihren Augen wirklungslos, oder? Aber das „Internetverbot“ greift genauso kurz, wie anhand der vielen Fragezeichen im letzten Artikel zu den französischen Sperren vielleicht klar werden könnte.

Das beide Dinge den Grundrechten entgegenstehen steht ja wohl außer Frage, aber man sollte sich doch trotz allem auf eine Verletzung ebendieser beschränken. Zumindest gleichzeitig. Da können Sie von unserem Innenminister noch was lernen.

Wieso die Musikindustrie so mies performt, liegt sicherlich auch im Internet begründet, aber eher anders als Sie das vermuten. Stichwort: Individualisierung. Und dass die gleichgeschaltete Einheitsscheisse von DSDS und Konsorten außer 12jährige Mädels niemanden anspricht. Oder eben in der Tatsache, dass die Kunden eben komischer- und unerklärlicherweise nicht den Wunsch verspüren, ihre Musik ein viertes Mal zu kaufen – nach MC, LP und CD auch noch als MP3 bezahlen? Und wenn ich den Kopierschutz auf meinen gekauften CDs umgehe, um die Musik auf meinem MP3-Player zu hören bin ich ja schon ein Verbrecher.

Aber das sind ja alles Argumente, die Sie bestimmt schon tausendfach gehört und für völlig unerheblich befunden haben. Lernresistenz ist in diesen Tagen ein echtes Todesurteil. Aber bis Sie das verstanden haben… Man sollte Dieter Bohlen an ihren Platz setzen. Auch wenn ich ihn für einen unbequemen Zeitgenossen halte, seine Art nicht mag und seine abfälligen Kommentare absolut daneben finde: Er hat die Zeichen der Zeit erkannt. Vor über einem Jahr. Und keiner hat was geändert.

Mehr

Nachschlag

Wenn ich mir die Newsmeldung zu den französischen Grundrechtsverletzungen auf musikindustrie.de ansehe, wird mir schlecht. Ich weiss schon, warum ich mich fast ausschließlich bei Jamendo mit Musik versorge: Größere Vielfalt, Musik mit Herzblut und aus Leidenschaft. Menschen, die Musik um der Musik willen machen. Ich kaufe kaum Musik und ich lade Sie auch nicht illegal herunter. Die ganze Scheisse im Radio interessiert mich kaum noch, ich höre ja kaum Radio.

»Die CD ist tot, lang lebe – ja, was eigentlich?«

Unter dem Titel „Die CD ist tot, lang lebe – ja, was eigentlich?“ macht sich David Bauer Gedanken über zukünftige Erlösmodelle für flüchtige „Eigentumsobjekte“ wie Musik.

Leider sind die Ideen so sehr auf Musik eingespielt, dass man sie nicht vollkommen auf Filme (u.a. wegen der Budgetgrößen) übertragen kann. Wobei das eine oder andere im „Amateur“-Bereich sicher nicht verkehrt ist.

Früher war es einfach: Band nimmt Album auf, Label presst CD, Zwischenhändler verkauft CD – alle verdienen gutes Geld. Das Internet hat dieses Geschäft nicht zerstört, aber doch immerhin gehörig ins Wanken gebracht. Und die Margen so sehr nach unten gedrückt, dass Bands und Labels nach Alternativen suchen. (78s)

gefunden bei Netzwertig

Wasser predigen und Wein saufen – Freiheit wird mit DRM geschützt

Die Maxi „Freiheit“ von Curse bei Musicload. Irgendwie ist das zynisch. Und die CD ist wahrscheinlich kopiergeschützt. Manche lernen’s nie.

Lieber Curse,

Freiheit heißt für mich, dass ich Dinge, die ich kaufe, solange benutzen kann, wie ich will. Benutzen, wie ich will. Denn DRM beschränkt meine Freiheit, mit den von mir gekauften Dingen umzugehen, wie ich es gedenke.

Das große Wort ist für dich also auch nur ein Wort. Schade.

P2P-Nutzer abmahnen – eine Steueroase?

Ich frage mich gerade, ob Schadensersatzzahlungen eigentlich steuerfrei sind.

Denn, wären diese Schadensersatzzahlungen steuerfrei, würde sich das Abmahngeschäft nicht nur für die Anwälte lohnen. Denn wenn ich mit einem kopierten und erwischten Song das 2000-fache bekomme, was ich im Ladenverkauf dafür bekäme, das nicht einmal mit den Künstlern sondern nur mit den Anwälten „teilen“ müsste, die Vertriebs und Marketingkosten dabei völlig einspare, dann, ja dann macht die Verklagerei richtig Sinn.

Und weil das ganze ja kein Umsatz, sondern Schadensersatz ist, muss ich den auch nicht verumsatzsteuern (man verzeihe mir den holprigen Neologismus). Damit kann ich meinen Umsatz senken und das Kapital des Unternehmens steuerfrei steigern. Das ist gleich doppelt praktisch: Ich mache unbehelligt weniger Umsatz bei steigendem Gewinn. Und kann trotzdem heulen und mich bei Mama Merkel an der Schulter trösten lassen, dass Sie was unternimmt, gegen „das Herunterladen von Computern“.

Und das demnächst für 95 Jahre bei Musikstücken.

Internetsperrung in der Bananenrepublik Deutschland: bei Download offline

Symbolbild: Bananenrepublik Deutschland

Nun gut, unser Kulturstaatsminister, seines Zeichens scheinbar Marionette der Content-Industrie, verlangt nun Internetsperrung von Urheberrechtsverletzern. Unabhängig von der Frage, wie das ganze in Frankreich und Großbritannien gehandhabt wird und ebenso unabhängig von den Ansichten des EU-Parlaments, stellt sich mir die Frage um welche Arten von Urheberrechtsverletzungen es eigentlich geht, die diese Art des Kulturentzugs zur Anwendung kommen lassen.

Geht es hier um das Benutzen von Tauschbörsen, das illegale Herunterladen und Tauschen von Musikstücken, Filmen, Büchern? Geht es auch um Delikte, die nicht im Zusammenhang mit der Benutzung einer Tauschbörse stehen? Ein Beispiel dafür wäre, ein kopiertes Bild eines Stadtplans ins Impressum einer Firmenseite einzubauen. Urheberrechtsverletzung, wurde auch schon abgemahnt. Das Verschicken von Emails mit lustigen Bildern, deren Urheber unbekannt ist: Urheberrechtsverletzung. Tauschen von gebrannten Spielen/Filmen/CDs auf dem Schulhof: Urheberrechtsverletzung. Mal eben das eigene (eventuell kopierte) MS-Office bei einem Bekannten installieren: Urheberrechtsverletzung (u.U. sogar doppelt). Der Freundin die eigene CD für’s Auto kopieren: Urheberrechtsverletzung. Bei Umgehen eines Kopierschutzes zur Wahrnehmung des Rechts auf Privatkopie: Straftat.

Die Content-Industrie will also mehr Schutz vor den Konsumenten und gegebenfalls eine Zensur erreichen, wenn jemand sich nicht „an die Regeln hält“. Gefährlich. Bekommt jemand, der am Telefon urheberrechtlich geschützte Lieder für seine Freundin singt in Zukunft sein Telefon abgenommen? Und was passiert mit Menschen, die Sendungen im Fernseher aufnehmen und diese dann ins Netz stellen? Bekommen die Internet und Fernseh-Verbot? Wird Menschen, die Erpresserbriefe aus Zeitungen zusammenschnipseln das Lesen und Schreiben verboten? Wird ihnen ein Zeitungsabo verboten? (Müsste man solche Menschen nicht auch wegen Urheberrechtsdelikten verurteilen?)

Unter Betrachtung dieser noch lange nicht vollständigen Auflistung möglicher Urheberrechtsverletzungen (die Geschichte mit den Bildern der einen Autos der Marke Ford fehlt zum Beispiel) ist eine Durchsetzung einer solchen Forderung zutiefst bedenklich. Auch der Versuch. Und irgendwie muss ich da ganz komisch an die netten Herren denken, die alles, was ihnen oder ihren Cousins und Onkeln und Brüdern nicht passt, einfach verbieten und die „Schuldigen“ hinter Gitter sperren. Ohne Grund und gesetzliche Handhabe. Aber hier soll die grundlose und vermutlich verfassungswidrige, gesetzliche Handhabe geschaffen werden.

Mir wird schlecht, wenn ich mir so überlege, dass das vermutlich noch lange nicht das Ende der Fahnenstange an Forderungen und Ideen ist. Dümmer geht nimmer, glaube ich in diesem Fall.