Linux developers are used to being told ‘no’

Linux developers are used to being told ‘no’, then doing it anyway.

OMG! Ubuntu!

Ich kann immer noch nicht verstehen, wieso es Lovefilm & Co. nicht für Linux gibt. Wie man bei Steam und auch bei Android sehen kann, ist „runs on Linux“ nicht gleichbedeutend mit kostenlos. Und wie man auch sehr wohl in beiden Welten sehen kann, auch nicht gleichbedeutend mit der Abwesenheit von DRM.

Android hat das Konzept im Mobile-Sektor mit GPL-Wurzeln umgesetzt. Steam auch. Apple nutzt BSD, was auch eine Open Source Software ist. Im Fall von Apple wird davon im heutigen iOS und OSX vermutlich nicht mehr so viel sichtbar sein, aber sei es drum.

Allerdings: gerade beim Thema Abonnement-Dienste werde ich mir aber nicht wirklich einig  mit der FSF, die der Legitimität dieser Geschäftsmodelle extrem kritisch gegenübersteht. Ich habe keine Probleme mit dem Mieten von Zugang zu Musik oder Filmen. Erst recht nicht, wenn der Zugang mich nicht einschränkt, wie es bei DRM und gekauften Medien der Fall wäre. Denn wenn ich Dinge kaufe, bestehe ich auf Einhaltung des Erschöpfungsgrundsatzes. Und ich will das Produkt ohne Einschränkungen (DRM) nutzen können, konvertieren etc.

Ich bin froh, dass es Menschen gibt, in bestimmten Situationen eben nicht einfach damit abfinden, dass der Erfinder es nicht will. Und es dann einfach trotzdem machen, so dass es so wunderbare Projekte wie „Pipelight“ gibt. Die dann allen nutzen.

[yellow_box]Um das ganze nochmal klarzustellen: Ich befürworte DRM nicht, im Gegenteil. Ich sehe aber die Notwendigkeit, DRM (in welcher Art und Weise auch immer) für Verleihmodelle zu nutzen. Das bringt im Endeffekt auch Nutzern etwas. Und man muss es ja nicht gleich wie bei Systemen wie Origin übertreiben.[/yellow_box]

Link-Ecke #70

E-Book-Reader, mal wieder

Ein Bekannter von mir hat sich damals einen der ersten OYOs gekauft. Nun ist es so, dass Thalia auf Adobe Digital Editions setzt, eines der etablierten DRM-Systeme beim „Schutz“ von E-Books. Um das zu Nutzen braucht man eine Adobe-ID. Das hat >2 Jahre lang gut funktioniert. Bis der OYO kaputt gegangen ist.

Er hat sich dann einen der neueren Generation gekauft. Und wollte sich da anmelden. Ging nicht. Er muss sich die Bücher, wenn er sie nochmal lesen will, nochmal kaufen. Zu einem vollen Preis. Sagt Adobe. Und irgendwann habe ich resigniert, von E-Book-Readern abzuraten. Magengeschwüre und Co. kann man sich auch mit wichtigeren Dingen holen.

Wenn dein DRM also spinnt, ist das mieser, als wenn dein Haus mit einer Bibliothek abfackelt. Die ist in der Regel ja versichert…

Das sorgt dafür, dass für mich die einzig mögliche Alternative ein Kindle wäre. Klar, da gibts auch DRM. Aber auch Calibre und das eine oder andere Plugin dafür… Das ist für mich auch keine befriedigende Lösung, das wäre dann eher so ein Notbehelf. Aber so dringend nötig habe ich das noch nicht, außer natürlich jemand möchte mir so ein Gerät schenken. Dafür würde ich es nehmen. Bücher damit kaufen momentan eher nicht. Ich mag dieses „Wir verkaufen’s vermieten’s gerade mal nen Euro unter der Papierversion“ echt nicht. Allerdings bietet Amazon auch oftmals E-Books kostenlos an, da ist nicht immer nur Schrott dabei.

eBooks, Stand der Dinge

Da ich eigentlich gerne lese und hintergrundbeleuchtete Screens dafür nicht allzu praktisch sind (auf Dauer), habe ich mich am Wochenende mal angeschaut, was die derzeit aggressiv beworbenen Konkurrenten zum Kindle und der König der eBook-Reader so bringen.

Amazon Kindle

Der Branchenprimus. Der Kindle ist gebunden an Amazon und den Kindle-Shop, andere Systeme und Formate sind da schwer unterzubringen.

Thalia OYO / OYO 2

Integrierter Thalia-Shop, kann aber ePUB und einfach per USB befüllt werden. Alle Thalia-Bücher sind trotzdem mit DRM versehen, können aber direkt vom Gerät geladen werden.

Weltbild / Hugendubel eBook-Reader 3.0

Hintergrundbeleuchtetes Display und Bücher müssen über USB und Adobe Digital Editions (oder so) auf den Reader gespielt werden. Eigentlich mehr ein Pad ohne Touchscreen, der einen Windows-PC voraussetzt.

andere

Sony, Trekstor und einige andere Firmen haben auch eBook-Reader im Programm. Diese sind in der Regel mit keinem Store verbunden.


Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es zum derzeitigen Stand der Dinge keinen Sinn macht, einen eBook-Reader zu kaufen. Da das eBook-Geschäft derzeit noch stark mit DRM verbunden ist, und gleichzeitig die Bücher der Buchpreisbindung unterliegen und damit zwar Volltext-durchsuchbar, aber sonst extrem eingeschränkt sind, was Weitergabe der Bücher angeht, halte ich den Markt für nicht fähig, sich in der Breite durchzusetzen.

Dazu kommt, dass ich mit dem Kauf von digitalen Gütern immer wieder der Gunst des Verkäufers ausgeliefert bin, was Rückgabe und ähnliches angeht (ich werde dazu demnächst noch etwas schreiben). Und in den meisten Fällen, in denen Reader mit einem Shop verbunden sind, kann der Verkäufer die Werke meistens auch fernlöschen. Das hat Amazon ja schon 2009 ausgerechnet mit George Orwells „1984“ demonstriert.

Prinzipiell würde ich aus praktischkeitsgründen und technikbegeisterung so ein Gerät kaufen. Aber mit dieser Gängelung kann ich mich derzeit eher nicht anfreunden.

Sind wir auf dem Weg zu Fahrenheit 451?

Heute morgen im Bus habe ich angefangen, die Folge „Klick den Goethe“ des hr2-Podcasts „Der Tag“ zu hören.

Gut, Papierbücher sind schön, aber unhandlich, was die Datendichte im Regal angeht. Auch bei einem Umzug sind die Dinger größtenteils eher hinderlich. Nichtsdestotrotz liebe ich Bücher. Der Geruch von Buchseiten ist schwer zu beschreiben, aber wahnsinnig schön.

Aber ich habe auch keine Abneigung gegen E-Books. Ich habe aber etwas, gegen Menschen, die meinen sie müssten bei digitalen Produkten die gleichen Maßstäbe ansetzen wie bei physikalischen Erzeugnissen. Oder vielleicht noch bescheuertere Formen der Zugangskontrolle (DRM).

Interessant fand ich aber (unter anderem) die Geschichte, die der Chef des Feuerwehrmanns Guy Montag über die Umstände, die zur Bücherverbrennung geführt haben, erzählt:

[…] hält ihm einen Vortrag über die Ursprünge der herrschenden Verhältnisse: die Ablehnung von Literatur, Kultur und eigenem Denken wurde nicht von der Regierung doktriniert, sondern vollzog sich schrittweise durch gesellschaftliche Veränderungen, die nach einer Nivellierung des allgemeinen Niveaus und staatlicher Zensur strebten, so dass alle Bürger intellektuell gleichgestellt sind und sich keine Minderheit diskriminiert fühlt. Beatty gibt zu, selbst Bücher gelesen zu haben. Die Lektüre habe ihm aber nichts Nützliches geboten.

(Aus: Fahrenheit 451 (Roman) – Wikipedia, Stand: 28.04.09, 11:30; Hervorhebungen von mir.)

Weiter wird ausgeführt, dass die Entwicklung dazu geführt hat, dass die Bücher immer mehr von Zusammenfassungen ihrer selbst verdrängt wurden, so dass am Ende „Bücher“ bzw. Lexika mit Titeln wie „Die 100 besten Klassiker“ und ähnliches den Markt überschwemmten. Die dadurch gewonnene Zeit wurde dann genutzt, um fernzusehen und sich weiter an einem passiven Massenmedium zu verdummen.

Unsere Gesellschaft nimmt einen ähnlichen Weg, befürchte ich. Teenager und Kinder bereiten sich auf „entweder werde ich Superstar oder Hartz-IV-Empfänger“ vor. Zusammenfassungen von Nicht-Nur-Managerliteratur gibts auch schon: getAbstract. Fernsehen wird trotz Internet extrem viel konsumiert, gerade von den erwähnten Hartz-IV-Empfängern.

Überwachung haben wir schon, die Zensur ist auch schon auf dem Weg. Früher war alles besser.

Besser als bloß zu besitzen?

I use roads that I don’t own. I have immediate access to 99% of the roads and highways of the world (with a few exceptions) because they are a public commons. We are all granted this street access via our payment of local taxes. For almost any purpose I can think of, the roads of the world serve me as if I owned them. Even better than if I owned them since I am not in charge of maintaining them. The bulk of public infrastructure offers the same „better than owning“ benefits. Kevin Kelly — The Technium

An und für sich ist die Grundidee des ganzen ja nett und verständlich, sogar überlegenswert (bis auf den Aspekt Autos und Kleider), allerdings fehlt mir ein Aspekt in der ganzen Geschichte völlig: wen bezahle ich für den möglichen Zugriff, wie bezahle, was bezahle ich (mengenmäßig).

Und selbst wenn ich zahle, wie wird sichergestellt, dass niemand den Zugriff auf bestimmte Dinge verhindert? Kein Besitz, heisst zwar einerseits: keine Arbeit, denn Eigentum verpflichtet. Aber kein Besitz heisst auch: Komplettverzicht auf Kontrolle über das eigene Wissen. Damit könnte man nahtlos zum Thema Cloud Computing und Richard Stallmanns Meinung dazu überleiten. Diese Meinung teile ich übrigens. Denn wenn Information quasi zentral verwaltet wird, ist das sowohl Flaschenhals als auch Sollbruchstelle. GFoC fiele mir dazu auch noch ein.

Außerdem stellt sich die Frage, wie das „Mieten“ von digitalen Inhalten langfristig durchsetzbar sein wird, DRM ist dazu keine Lösung, für Musik bereits verachtet und am Aussterben, bei Filmen aktuell noch am Zenith. Aber sobald SOC sich flächendeckend durchsetzt, wird auch bei Filmen das DRM aussterben (müssen). (via netzwertig)

Dazu kommt, dass die Desktop-Revolution noch maximal 10 Jahre entfernt ist. Open Source trotzt (größtenteils) den Finanzkrisen. Natürlich kann es passieren, dass durch Entlassungen bei Sun, Novell und anderen OSS-affinen Firmen die Entwicklung eingeschränkt wird, aber durch ihre Lizenzen und ihre Entwicklungsmodelle ist Open Source das überlebensfähigste Softwareentwicklungsmodell. Ich rede bewusst nicht von Geschäftsmodellen, denn das ist ein anderes Thema.

Wasser predigen und Wein saufen – Freiheit wird mit DRM geschützt

Die Maxi „Freiheit“ von Curse bei Musicload. Irgendwie ist das zynisch. Und die CD ist wahrscheinlich kopiergeschützt. Manche lernen’s nie.

Lieber Curse,

Freiheit heißt für mich, dass ich Dinge, die ich kaufe, solange benutzen kann, wie ich will. Benutzen, wie ich will. Denn DRM beschränkt meine Freiheit, mit den von mir gekauften Dingen umzugehen, wie ich es gedenke.

Das große Wort ist für dich also auch nur ein Wort. Schade.

Hallo, ubuntuusers.de

Wunderschönen guten Tag, liebe Ubuntuuser.

Wer sich jetzt wundert, dem sei nebenbei mitgeteilt, dass ab heute meine Linux-bezogenen Postings auf dem Ubuntuuser-Planet zu bewundern sind.

Für alle, die das hier im Planeten lesen, möchte ich dabei noch mal anmerken: hier wird nur der Linux-Kategorie-Feed eingebunden. Mein Themenspektrum reicht dabei auch über den Tellerrand hinaus und ich beschäftige mich unter anderem mit der Lizensierung von Inhalten, dem Verhalten der etablierten Medienkonzerne hinsichtlich Einschränklungen in der Nutzungsfreiheit von Inhalten (Stichwort DRM) und der Zukunft von Medien und Wissen im Allgemeinen. Und natürlich: Weltfrieden. Ihr seid von daher herzlich eingeladen, auch den Rest meiner Seite zu erkunden.