E-Book-Reader, mal wieder

Ein Bekannter von mir hat sich damals einen der ersten OYOs gekauft. Nun ist es so, dass Thalia auf Adobe Digital Editions setzt, eines der etablierten DRM-Systeme beim „Schutz“ von E-Books. Um das zu Nutzen braucht man eine Adobe-ID. Das hat >2 Jahre lang gut funktioniert. Bis der OYO kaputt gegangen ist.

Er hat sich dann einen der neueren Generation gekauft. Und wollte sich da anmelden. Ging nicht. Er muss sich die Bücher, wenn er sie nochmal lesen will, nochmal kaufen. Zu einem vollen Preis. Sagt Adobe. Und irgendwann habe ich resigniert, von E-Book-Readern abzuraten. Magengeschwüre und Co. kann man sich auch mit wichtigeren Dingen holen.

Wenn dein DRM also spinnt, ist das mieser, als wenn dein Haus mit einer Bibliothek abfackelt. Die ist in der Regel ja versichert…

Das sorgt dafür, dass für mich die einzig mögliche Alternative ein Kindle wäre. Klar, da gibts auch DRM. Aber auch Calibre und das eine oder andere Plugin dafür… Das ist für mich auch keine befriedigende Lösung, das wäre dann eher so ein Notbehelf. Aber so dringend nötig habe ich das noch nicht, außer natürlich jemand möchte mir so ein Gerät schenken. Dafür würde ich es nehmen. Bücher damit kaufen momentan eher nicht. Ich mag dieses „Wir verkaufen’s vermieten’s gerade mal nen Euro unter der Papierversion“ echt nicht. Allerdings bietet Amazon auch oftmals E-Books kostenlos an, da ist nicht immer nur Schrott dabei.

eBooks, Stand der Dinge

Da ich eigentlich gerne lese und hintergrundbeleuchtete Screens dafür nicht allzu praktisch sind (auf Dauer), habe ich mich am Wochenende mal angeschaut, was die derzeit aggressiv beworbenen Konkurrenten zum Kindle und der König der eBook-Reader so bringen.

Amazon Kindle

Der Branchenprimus. Der Kindle ist gebunden an Amazon und den Kindle-Shop, andere Systeme und Formate sind da schwer unterzubringen.

Thalia OYO / OYO 2

Integrierter Thalia-Shop, kann aber ePUB und einfach per USB befüllt werden. Alle Thalia-Bücher sind trotzdem mit DRM versehen, können aber direkt vom Gerät geladen werden.

Weltbild / Hugendubel eBook-Reader 3.0

Hintergrundbeleuchtetes Display und Bücher müssen über USB und Adobe Digital Editions (oder so) auf den Reader gespielt werden. Eigentlich mehr ein Pad ohne Touchscreen, der einen Windows-PC voraussetzt.

andere

Sony, Trekstor und einige andere Firmen haben auch eBook-Reader im Programm. Diese sind in der Regel mit keinem Store verbunden.


Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es zum derzeitigen Stand der Dinge keinen Sinn macht, einen eBook-Reader zu kaufen. Da das eBook-Geschäft derzeit noch stark mit DRM verbunden ist, und gleichzeitig die Bücher der Buchpreisbindung unterliegen und damit zwar Volltext-durchsuchbar, aber sonst extrem eingeschränkt sind, was Weitergabe der Bücher angeht, halte ich den Markt für nicht fähig, sich in der Breite durchzusetzen.

Dazu kommt, dass ich mit dem Kauf von digitalen Gütern immer wieder der Gunst des Verkäufers ausgeliefert bin, was Rückgabe und ähnliches angeht (ich werde dazu demnächst noch etwas schreiben). Und in den meisten Fällen, in denen Reader mit einem Shop verbunden sind, kann der Verkäufer die Werke meistens auch fernlöschen. Das hat Amazon ja schon 2009 ausgerechnet mit George Orwells „1984“ demonstriert.

Prinzipiell würde ich aus praktischkeitsgründen und technikbegeisterung so ein Gerät kaufen. Aber mit dieser Gängelung kann ich mich derzeit eher nicht anfreunden.

Amazon Silk Browser auf dem Kindle Fire

oder: wie Amazon den Webverkehr von Tablets mitlauschen will

http://www.youtube.com/watch?v=_u7F_56WhHk&feature=player_embedded

Amazon bietet bei seinem neuen Tablet „Kindle Fire“ einen neuen „revolutionären“ Browser an. Warum ich das so betone? Weil die Idee, den ganzen HMTL/CSS/JS-Kram ausgelagert vorzuberechnen und zu optimieren nicht neu ist.

Opera Mini macht das in Extremform indem es aus Webseiten Bilder mit Imagemap macht (quasi), Opera Desktop kann einen „Turbo-Modus“ einschalten, wenn Bandbreite knapp ist um Bilder und JS/CSS komprimiert über Server in Osteuropa zu laden. Mobilfunkanbieter machen das ganze auch per Default, um den Handysurfern ein besseres und schnelleres Erlebnis zu bieten.

Insgesamt ist das ganze zwar praktisch, aber auf Dauer, wenn das ganze Standard und nicht abschaltbar ist, finde ich das eher bedenklich, wenn alle meine Daten zwanghaft durch einen Proxy geleitet werden.

Bei all dieser zwanghaften Datenspeicherung in dem ja ach so rechtsfreien Raum muss jetzt auch noch Amazon mein normales Surfverhalten außerhalb der Amazonseite mitschnüffeln?

Nein Danke!

Links

Update: Sorry, habe in meiner Eurphorie mit der WebOS-App zu früh „veröffentlichen“ gedrückt.