Ich bleibe dann doch lieber bei IKEA

Nachdem ich nun bei Aldi zwei Regale der Firma trendteam gekauft habe, bleibe ich – trotz „Service-Adresse“ – dabei, dass ich Pressspanmöbel dann lieber bei IKEA kaufe. Schreinern lassen oder selbst machen fällt aufgrund von Geld- bzw. Zeit- und Skill-Mangel leider aus.

Update: Ich bekomme Bauteile im Rahmen der Garantie ersetzt. Fun-Fact: Hätte man die Anleitung einfacher gemacht, wäre das nicht nötig gewesen. Und ich behaupte mal, dass ich sowas eigentlich ganz gut hinbekomme.

Servicewüste Deutschland

Es ist ja schon länger bekannt, dass Deutschland eine Oase der Servicefeindlichkeit ist, insbesondere für Bestandskunden. Mich kotzt diese Behandlung von Bestandskunden als Kunden zweiter Klasse wirklich an.

Als Kunde kann ich da nicht außerhalb meiner Arbeitszeiten anrufen, als Interessent schon. Welchen tieferen Sinn dahinter verstehe ich nicht?  Wir leben in Zeiten, in denen Kundenbindung mit wenigen Mausklicks über Vergleichsportale hergestellt oder beendet ist. Zeiten, in denen die einzige sinnvolle Kundenbindung über Kundenservice möglich ist, denn Preise und Leistungen sind meist einfach vergleichbar.

Allerdings scheint das vielerorts noch nicht ganz in den Köpfen der meisten Unternehmen angekommen zu sein.

Mehr aus dem Bereich Kundenservice.

Internetprovider anhand der real gelieferten Bandbreite bezahlen

Wie wäre es eigentlich, wenn man die Internetprovider anhand der real gelieferten Bandbreite bezahlt?

Datendurchsatz (kBit/s) Datendurchsatz Tarif Erbrachte Leistung Monatspreis Tarif Angemessene Grundgebühr
6.000 16.000 38% 34,95 € 13,11 €
900 16.000 6% 34,95 € 1,97 €

Damit käme ich aktuell bei dem Provider mit dem Kaufmanns-Und auf ein deutlich günstigerers und fairer bepreistes Internet. Und die Bereitschaft mehr zu liefern, weil es mehr Geld bringt. Mal sehen ob Sie sich (im Sinne der Kundenzufriedenheit) darauf einlassen…

Von Möbeln und Service

Oder: Warum ich dann doch lieber zu IKEA gehe. Ja, ich weiss. IKEA fertigt in Billigländern, die Möbel sind auch eher billig als günstig. Alles für die Marge und so. Schon klar. Aber mal im Ernst: Das ist bei jedem anderen Möbelhaus auch nicht wirklich anders. Und im Zweifelsfall wird die Qualität dem Preis untergeordnet. Roller, Höffner, Sconto, Buhl, Seegmüller, XXXL irgendwas – egal wie sie heißen, im Endeffekt bekommt man nirgends was geschenkt und nur so viel Leistung wie nötig. Überall? Nein. Ich bekomme bei IKEA auch nichts geschenkt, aber:

  1. Ich bekomme Samstags bei IKEA Ersatzteile (selbst verschuldete Teile oder auch fehlende Nägel) und Auskunft. Bei einem großen Möbelhaus, welches mit fiktiven Charakteren eines Schauspielers wirbt, bekommt man Samstags am Telefon gesagt, ich müsste Montags wieder anrufen (oder vorbeikommen), Samstags könne man da gar nichts machen.
  2. Wenn ich Scharniere in eine Tür einbauen muss, dann ist da vorgebohrt und ich brauche nur noch Möbelschrauben reindrehen und das Scharnier ist ohne Winkel und Zusatzwerkzeug gerade. Bei einem 100€-Badregal in einem anderen Möbelhaus sind da nur die großen Löcher vorgefräst. Ausrichten der Scharniere wäre dann eher Glückssache gewesen, hätte ich nicht zufällig passendes Utensil gehabt.
  3. Kinderfreundlichkeit. Kostenmäßig tragbares Essen im Restaurant, direkte Ermäßigungen mit Kundenkarte (und kein Punkte-Sammel-System), alles auch als Kinderportionen zum halben Preis. Zusätzlich: Jedes (Klein-)Kind bekommt auch kostenlos ein Gläschen mit Buttergemüse. Und die passende Infrastruktur für Eltern: Mikrowelle, Kinderstühle, Lätzchen, Besteck, Schüsseln, Spielecke. (Ich gebe zu, dass zumindest das Restaurant im Höffner Gründau abwechslungsreicher und qualitativ besser ist, aber das macht  sich eben auch preislich bemerkbar)
  4. Aufbauanleitungen bekomme ich vorab und nachträglich im Internet auf der IKEA-Website im PDF-Format.
  5. Die Website ermöglicht mir, (auch) im voraus folgende Dinge zu erledigen: Verfügbarkeitsprüfung meiner Artikel, Merkliste mit Regal- und Fachnummer im SB-Bereich erstellen.
  6. Ich bekomme ohne Stress einen Transporter gemietet. Für 15€/Stunde bzw. 10€ mit der Kundenkarte. Den Transporter kann ich ggf. auch vor meinem Einkauf für eine Stunde kostenlos reservieren. Zusammen mit der Expresskasse und der Online-Merkliste ist damit ein ziemlich reibungsloser Einkauf möglich.

Insgesamt kann man sagen, dass hier nicht eine hochwertige und extrem günstige Ware den Ausschlag zum Kauf liefert, denn IKEA-Möbel sind weder zwingend Premium-Ware noch supergünstig. Es ist zu einem großen Teil der der Fast-Rundum-Service. Es ist ein Gesamtpaket, welches bequem und angenehm – „convenient“ – ist. Nicht mehr und nicht weniger. Damit zahlt sich das „Geschenk“ des guten Service auch direkt wieder in Kundenzufriedenheit und Kundenbindung aus.

Nein, ich bekomme kein Geld von IKEA für diesen Artikel und auch dort ist, wie Eingangs schon angeschnitten, nicht alles Gold, was glänzt. Für mich als Endkunden ist allerdings das Gesamtpaket ziemlich unschlagbar. Mich würde eure Meinung dazu interessieren: Wo kauft ihr Möbel und warum? Was ist euch dabei wichtig, was nicht so sehr?

Nachtrag

Ich habe mich an den Hersteller meines  Badschranks direkt gewandt und erklärt, dass mir die Tür beim Aufbau kaputt gegangen. Dort lässt man mir mit einer Lieferzeit von 14 Tagen auf Kulanzbasis zukommen. Kostenlos. Mal schauen, was daraus wird.

Ein Kunde ist kein Qualitätsbeauftragter

Wenn ich Kunde bin, bin ich Kunde. Ich bezahle und erwarte eine entsprechend eines Kauf- oder Dienstleistungs- oder Werks- oder was-auch-immer-Vertrages eine Gegenleistung.

Ich bin kein Beauftrager für Prozessmanagement oder Qualitätsmanagement. Die bekommen Geld dafür, dass sie Missstände und Schieflagen in entsprechenden Bereichen aufdecken. Allerdings scheinen gerade große Firmen das mittlerweile anders zu sehen.

Liebe Bauer KG,

ihr schreibt mir Mails mit Entschuldigungen, dass da was schief gelaufen (Untertreibung des Jahres) ist. Schön. Wie soll ich das denn glauben, wenn ich danach einen Anruf bekomme, in dem mir mitgeteilt wird, dass ich das Abo frühestens ab dem 1.1.2013 bekomme, aber sich der Ausgabenpreis erhöht und damit auch der Abopreis?

Ich meine, immerhin ruft ihr mich vorher an. Okay. Aber nach der Vorgeschichte? Ihr lasst die Leute Abos zu niedrigen Preisen abschließen, wenn ihr bereits wisst, dass ihr die Preise kurz darauf auch für Bestandskunden erhöht? Ohne darauf hinzuzuweisen?

Das, liebe Bauer KG, grenzt meinem Empfinden nach an Betrug. Und wenn es daran liegt, dass ihr meine Bestellung verschlampt hat, wirkt das nicht nur betrügerisch, sondern absolut Scheisse. Ihr baut Mist, ich zahle dafür Hotline und soll dann noch ein teureres Abo bekommen? (Ja, ich weiss, dass das in den AGB geregelt ist. Mit Kündigungsrecht ab 10% – lachhaft)

Nein Danke.