But not in Germany – Danke GEMA

Also. Ich habe da diesen Newsletter von NIN. Der sagt mir, dass ein neues Album kommt und dass ich auf der Homepage den neuen Song schon anhören kann.

Kann? KANN? KANN?

KÖNNTE!

Wenn ich nicht in Deutschland wohnen würde:

Vielen Dank, SCHEISS GEMA!


Ja, ich weiss, dass ich den Song auch bei Soundcloud hören kann. Es geht halt ums Prinzip.

Link-Ecke #55

Themen: Fehler die man bei Web-Applikationen gerne macht; Geistiges Eigentum und Fahrräder; Wie die Filmindustrie in einem alternativen Universum auf „Raubkopien“ reagieren hätte können; Schicke Icons und ein Theme für die Gnome Shell; HTML9 Responsive Boilerstrap JS

VG Wort.

Ich bin ja Urheber. Jeder dieser Texte hier wird von mir selbst ur gehoben. Zumindest die längeren. Und da Texte ab 1800 Anschlägen (also „Zeichen inklusive Leerzeichen“) von der VG Wort vergütet werden, wenn sie mehr als 1500 mal im Jahr aufgerufen werden, werde ich in entsprechende Artikel in Zukunft Zählpixel von VG Wort einbauen.

Letztes Jahr hätten z.B. folgende Artikel die Kriterien von VG Wort erfüllt:

Die Welt kommt dabei nicht herum, von den Tantiemen leben kann ich nicht, aber es reicht für einmal essen gehen mit meiner Frau. Und da ich ja auch fleissig meine Abgaben auf Kopierpapier und meinen Drucker zahle, finde ich es nur gerechtfertigt, mir einen Teil von mir zustehenden Tantiemen zu sichern.

Daher habe ich meine Datenschutzerklärung aktualisiert und Zählpixel der VG Wort in einige Artikel eingebaut. Eine Erklärung, wie ihr die Zählpixel ausschalten könnt, wenn ihr Angst habt, getrackt zu werden, findet ihr bei Jan Schejbal.

Kulturindustrie? Urheberrecht?

Bei all dem Gebashe der „Kulturindustrie“ (Wie sich das schon anhört.) fällt mir auf, dass keiner darauf eingeht, dass sich gerade in der Piratenpartei ein riesiger Anteil an Kreativen befindet. Kreative, die von ihrer Arbeit leben. Von ihrer Arbeit als Programmierer, Retuscheure, Grafikdesigner, Webdesigner, und, und, und… Die ihre „Erzeugnisse“ teilweise nicht mal als Kunst betrachten, obwohl sie es ist. Sie erschaffen neues, verändern Dinge und machen Sie besser.

Wer Dinge wie 0825-Lieder von DSDS-Stars als Kunst betrachtet, aber die Arbeit, die zum Beispiel ein WordPress-Theme, -Plugin,  jQuery-Plugins oder Webseiten machen, nicht anerkennt, hat nichts anderes verdient, als brennend in der Hölle der Verwertungsrechte unterzugehen.

Während das Handelsblatt Urheber- und Verwertungsrechte vermischt, vermische hier bewusst Arbeit von Kreativen und „Kunst“. Warum ich das tue? Weil „Kunst“ eben ein subjektives Empfinden ist. Weil „Industrie“ eben in der Regel nicht in der Lage ist, „Kunst“ hervorzubringen. Kunstvolles, sicher. Kunst – eher selten, meist nicht beabsichtigt.

Tja, kommen wir zu den Kreativen zurück. Phillip Thelen schreibt mit viel Arbeit, Liebe und Mühe eine App:

Seit einiger Zeit arbeite ich nun an einer Android App, namens Omnomagon. Während des Entstehungsprozesses wurde ich mehrmals gefragt, ob die App denn etwas kosten wird. Die Antwort war und ist, »Nein«. Und genau genommen verlange ich nicht nur kein Geld dafür, sondern ich gebe auch jedem die Möglichkeit, sich selbst den Quellcode anzusehen, zu verändern und weiter zu verbreiten, da er unter einer freien Lizenz steht. Angesichts der aktuell beinahe allgegenwärtigen Diskussion über die Kostenloskultur im Internet scheint die Idee wohl beinahe absurd. Ja, Diese App Ist Kostenlos. – Viroblogie

Ja, die Voraussetzungen sind hier etwas anders, als bei Menschen, die von ihrem Output komplett ihren Unterhalt bestreiten müssen. Dazu lest ihr am besten den Artikel von vIirus komplett und auf seiner Seite.

Wenn ich diese beiden Dinge nun verknüpfe:

  1. Reformierung des Urheberrechts, keinen Anspruch auf Reichtum durch Kunst.
  2. Das Nicht-von-der-Kunst-überleben-müssen, wie zum Beispiel durch ein BGE

Dann hab ich doch alles zusammen, was eine moderne Gesellschaft braucht: Luft für Kreativität und Bildung und Künstler die auch ohne die direkte Entlohnung durch Verwertungsrechte leben können. Wobei Künstler für mich zum Beispiel auch Programmierer mit einschließt. Denkt mal darüber nach.

Link-Ecke #12

Man kommt ja zu nix.

  1. Ubuntu ändert Firefox-Unterstützung

    Ubuntu will den Webbrowser Firefox künftig auch in den stabilen Versionen auf dem neuesten Stand halten. Anstatt korrigierte Fehler in ältere Versionen zu integrieren, soll jeweils auf die neueste Version aktualisiert werden.

  2. Eine klassische Horex

    Ein Traum von Motorrad. Wenigstens die Optik ist genial. Dafür würde ich sogar meine Bandit abgeben. Leider wird’s ohne zeitnahen Lottogewinn wohl eher ein Traum bleiben.

  3. Das Kreuz mit den Lizenzen

    Lizenzen. Der Untergang des Abendlandes, wie ich behaupte, denn Lizenzen versauen uns das mit dem freien Wissen und der freien Bildung.

    Mehr davon!

  4. SIGINT 2010: musikindustrie widerlegt sich selbst

    wie man sieht verlaufen die kurven für illegale downloads und umsätze der musikindustrie auffällig parallel. aufgrund der geringen streuung (fast keine veränderung über die jahre) wirkt die kurve der CD-verkäufe etwas bizarr und läßt keine ähnlichkeit zu den anderen kurvenverläufen erkennen.

  5. Ubuntu plant zusätzliche Softwareupdates

    Ubuntu will es künftig einfacher machen, neue Anwendungen nach der Veröffentlichung der Distribution ins Paketdepot zu bekommen oder eine vorhandene Version zu aktualisieren.

    Ich würde das ja lieber heute als morgen sehen.

15 Tracker auf des toten Trackers Kiste

Wie ich gestern abend noch im Scusiblog erfuhr, hat man Piratebay abgeschaltet. Bleibt die Frage: „Und?“.

Zuerst einmal ist das eine echt bescheidene Situation für alle, die Torrents mit ihren eigenen, legalen Dingen bei TPB getrackt haben, als erstes Beispiel fiele mir da „Meet The GIMP“ ein. Natürlich liefen über TPB auch Linux-ISOs und CC-Musik, auch wenn das insgesamt eher die Ausnahme gewesen sein dürfte.

Aber was man anscheinend immer noch nicht verstanden hat: Den Fehler eines komplett zentralen Netzwerks wie bei Napster hat man mittlerweile korrigiert, d.h. die Dienste sind für die, die sich Filme und Musik illegal beschaffen wollen, austauschbar geworden. P2P-Netze sind vergleichbar mit den Köpfen einer Hydra: Eine Seite wird geschlossen, 2 neue machen auf, inklusive entsprechender Tracker. Darknets sprießen aus dem Boden, SecureVPNs wie IPredator, das verfolgen des Traffics führt oft dazu, dass er unsichtbar gemacht wird.

Wer den Kampf gegen das Netz aufnimmt kann heutzutage fast nur scheitern. Sicher werden einige User auf der Strecke bleiben, wie das immer so ist. Aber letztendlich ist das Netz Legion. Alle besiegen geht nicht.

In diesem Sinne: „Jo Ho und ne Buddel voll Rum“

Die Kulturflatrate-Utopie

Auf die Gefahr hin, dass ich hier das gleiche schreibe wie unendlich viele Affen und dass ich Dinge wiederhole, will ich mich auch mal zur Kulturflatrate äußern, die ja momentan mal wieder in die Diskussion gekommen ist.

Warum eine Kulturflatrate für den Verbraucher gut wäre

Ich persönlich würde eine Einführung einer Kulturflatrate begrüßen, da ich bzw. mein näheres Umfeld dadurch deutlich profitieren würden. Zur Info: Ich lade keine Musik oder Filme aus dem Netz herunter. Ich kaufe Filme und CDs, weil ich der Meinung bin, dass Menschen für ihre Arbeit entlohnt werden sollen. Und ich gehe ins Kino. Seit dem Umzug seltener, aber ich gehe.

Kultur kostet Geld, einige Leute leben davon, so what. Wir leben in einer Dienstleistungsgesellschaft, in der Arbeitsteilung herrscht. Ich muss kein Gemüse pflanzen, das tut ein anderer und verkauft es. Ich sehe durchaus ein, dass Menschen damit Geld verdienen wollen oder müssen. Die Frage wie sie es tun könnten ist eine andere. Ich bin mit Sicherheit der falsche Ansprechpartner wenn es um das Entwickeln eines Geschäftsmodells für die Musikindustrie geht.

Warum das mit der Kulturflatrate nicht funktionieren kann

Es gibt in Deutschland und auf der ganzen Welt viele Künstler, manche sind Mitglied in Verwertungsgesellschaften, manche nicht.

Und nachdem man schon mal gefragt hat, wofür die Kulturflate denn gelten soll und was sie kosten soll, dann geht der Spaß erst richtig los.

Was ist zum Beispiel mit Inhalten unter CC-Lizenzen? Werden diese vielleicht abgeschafft bzw. bedeutungslos? Wer verteilt das Geld und wie? Muss man an der Flatrate teilnehmen? Sind die „Bedingungen zur Teilnahme“ genauso gehalten wie bei der GEZ und der GEMA? An welchen Geräten macht man das fest? Muss man bestimmte Programme nutzen? Opt-In oder Opt-Out? Wer bezahlt das bei wem? Und wieviel?

Die Fragenliste könnte man ewig weiterführen. Die Einführung einer Kulturflatrate würde ein wahnsinniges Bürokratiemonster nach sich ziehen, beleidigte Leberwürste, die sich unter Wert verkauft fühlen gibt es gratis dazu.

Links zum Thema

Geistiges Eigentum, Urheber- und Verwertungsrecht

Was ist eigentlich „geistiges Eigentum“? Wer meint, Dinge wären sein Eigentum, sollte das tun, was Eigentümer mit ihrem Eigentum tun: Verschenken oder für sich behalten.

Verkaufen von „geistigem Eigentum“ ist jedoch nach marktwirtschaftlichen Maßstäben im Prinzip nicht möglich, denn ein marktwirtschaftlicher Preis ermisst sich immer aus dem Verhältnis von Nachfrage und Angebot. Somit ergibt sich aus der Verknappung eines Guts ein höherer Preis. Wenn ich ein Produkt aber mit quasi nichtexistenten Kosten vervielfältige und so ein unendlich großes Angebot schaffe, sinkt natürlich auch die Bereitschaft, dafür viel Geld auszugeben.

Was auf dem Bundesparteitag der Piraten sehr gut herausgestellt wurde, ist, dass es meistens unter dem Deckmantel des Schutzes „geistigen Eigentums“ oder des Urheberrechts in den meisten Fällen um eine Verbesserung des Verwertungs- bzw. Nutzungsrechts geht. Denn, hier in Deutschland ist das Urheberrecht nicht übertragbar. Auch nicht mit CC0-Lizenzen. Das Prinzip Public Domain gibt es in Deutschland nicht als selbst gewählte Lizensierung von Werken.

Ein stärkes Urheberrecht wird also gar nicht gebraucht. Nur ein faireres Nutzungsrecht. Und das haben selbst Menschen schon verstanden, denen ich das als letztes zugetraut hätte.