Der Film vom eigenen Leben, kurz bevor man stirbt

Treppe.

"Treppe" CC-BY Von Robert Agthe

Man hört ja im Film und in Geschichten immer von dem Moment kurz bevor man stirbt, oder zumindest in einer Situation steht, in der man möglicherweise in Sekundenbruchteilen draufgeht.

Ich hatte neulich diesen Moment, in dem man angeblich sein komplettes Leben an sich vorbeiziehen sieht, beziehungsweise: ich hätte ihn neulich haben müssen. Ich kann das allerdings nicht bestätigen, ich hatte in diesem Moment eigentlich nichts besonderes im Sinn, ich war zu sehr damit beschäftigt, mich zu koordinieren um den drohenden Abflug zu verhindern.

Verhindern wollte ich eigentlich nur: Über den Lenker fliegen, an der Brüstung vor mir hängenzubleiben oder auf den Parkplatz vor mir zu fliegen und mir im besten Fall nur das Gesicht und die Vorderseite abzureiben.

Gedacht habe ich:

FuckOhFuckOhFuckOhFuckOhFuckOhFuckOhFuckOhFuckOhFuck. Ich muss bremsen. Das wird häßlich, verdammt noch mal häßlich. Das Fahrrad ist im Arsch, ich bin im Arsch. OhFuckOhFuckOhFuckOhFuckOhFuckOhFuckOhFuckOhFuck.

Oder so ähnlich jedenfalls. Auf jeden Fall ist nichts weiter an mir vorbeigezogen außer der Treppe unter mir. Diese ist es dafür auf jeden Fall in einer rasenden Geschwindigkeit, also deutlich schneller als eigentlich geplant. Aber die Treppe unter mir sah vorher von oben auch flacher aus als hinterher von unten.

Lebensmüde bin ich nämlich eigentlich eher nicht so.

Funkstille: 3 Tage Rothenburg ob der Tauber

Ich war mal weg. Halbwegs spontan 3 Tage mit der Freundin nach Rothenburg ob der Tauber. Ohne Notebook, nur mit dem Smartphone und selbst das kam eher wenig zum Einsatz, meist für Navigationsdinge.

Es hat gut getan, wir waren 10 Stunden am Tag auf den Beinen und haben die Stadt erkundet, viele schöne Bilder gemacht, einfach mal abgeschaltet. Bei der Nachtwächterwanderung ein nettes älteres Ehepaar kennengelernt und mit ihnen im ältesten Haus von Rothenburg Wein getrunken.

Sommerurlaub Teil 2: Dänemark

Teil 1 des Urlaubsberichts gab’s schon etwas früher. Aber wir wollen ja nicht kleinlich sein. Oder?

Tag 1: Anreise

Nach Zahn- und Zugproblemen haben wir es am Ende geschafft, unsere Mitreisenden in Kiel zu treffen, etwas zu essen und nach Dänemark weiterzufahren.

Dem letzten Rastplatz vor der Grenze haben wir gemeinschaftlich einen ausgiebigen Besuch abgestattet, abends zusammen den Strand besucht und gemeinsam gekocht.

Tag 2: Einkaufen

Beim Besuch in Juelsminde, haben wir festgestellt, dass „die Fußgängerzone aus Google Streetview“ in wirklichkeit etwas mehr zu bieten hat, unter anderem ein Haus mit bunten Tellern geschmückt.

Fischbrötchen kennen die Dänen allerdings ganz sicher nicht, und der einzige Laden in dem wir es geschafft haben, mal Fisch zu essen, hatte eine Bedienung, die verstanden hätte, was wir wollten, sich aber mal eben nicht für zuständig erklärte. Die entsprechend zuständige Dame konnte dafür dann kein Deutsch, und nicht einmal Englisch, was die Sache erheblich erschwerte.

Das Endergebnis, mit dem wir den Laden verließen war Smørrebrød mit Fiskefilet.

Nächster Stopp war eine Reiseführerempfehlung, vermutlich aus dem gleichen, der auch behauptete, dass Dänen sehr defensiv fahren würden und dass Tanken in Dänemark teuer wäre: Der „fakta“-Supermarkt. Angeblich ein niedriges Preisniveau. Der nachfolgende Besuch eines anderen Supermarktes auf der Suche nach den restlichen Dingen von der Einkaufsliste offenbarte, dass der Reiseführer auch hier punktgenau danebenempfahl.

Abends dann Grillen, mit deutschen Würsten, dänischer Pute, Shisha, und Rum mit Peniseiswürfeln. Frisch wird’s da drüben dann übrigens sehr schnell abends/nachts.

Tag 3: Århus

Kurz vor Århus mussten wir die Reise leider abbrechen. Im wahrsten Sinne.

Nachdem das Auto wieder sauber war, haben wir zu dritt festgestellt, dass die dänischen „JET“-Automatentankestellen ziemlich beschissen sind, wenn man nicht genau weiss, wie das funktioniert. So haben wir 100 Kronen in den Wind geschossen und 200 Kronen für 10 Liter Benzin gezahlt.

Protipp: Nach jedem Tankvorgang den Zapfhahn wieder in die Säule einhängen. Zapfhahn im Auto lassen und Geld „nachwerfen“ funktioniert nicht. Und der „Cancel“-Knopf bringt einem alles, nur nicht das Geld wieder.

Ich frage mich, was passiert, wenn in meinem Tank nur 8 Liter Platz haben und ich für 10 Liter bezahlt habe. Gibts dann auch so komische Quittungen?

Snaptun ist bei weitem nicht so beeindruckend wie auf den Postkarten, die „Landzunge“ liegt nur auf einer Seite im Meer, der Rest ist trocken. Überall liegen Algen herum.

Tag 4: Århus, Part 2

Morgens Speedminton unter Einbezug des Hausdachs und MacGyver mäßiger Besenkonstruktion um dem Ball von selbigem zu holen.

Århus hat eine schöne Innenstadt, leider verregnet. Die geplante Citybike-Tour fiel damit dann leider ins Wasser.

Die Eigenarten der dänischen Automatentankstellen sind immer noch ein Rätsel.

Tag 5: Legoland

Wunderbar. Ein Traum ist in Erfüllung gegangen. Als Andenken habe ich mir einen Piratenschlüsselanhänger mitgenommen. Der Tag ging schneller rum als gedacht. Und ich war froh, dass wir ins Legoland gegangen sind anstatt ins ebenfalls geplante Lalandia, welches als Schlechtwetteralternative in Betracht gezogen wurde.

Tag 6: Spaßbad Lalandia

9 Stunden Wasserspaß. Die Dänen haben getrennte Umkleiden für Mann und Frau, was mich ein wenig verwundert hat. Das Wort „åben“ an einer dänischen Schwimmbadumkleidekabine bedeutet übrigens nicht, dass sie geöffnet ist, sondern dass sie über keinerlei Form von Schließfach verfügt.

Tag 7: Gammeln

Naja, war mehr ein Restefressen mit Spieleabend nach dem Erledigen des bis zu dem Zeitpunkt möglichen Hausputzes.

Tag 8: Abfahrt

Deutsche Autobahn, ich liebe dich… NICHT!

Bei Tempo 110 auf der mittleren Spur, vor mir: ein LKW, hinter mir: ein LKW, rechts von mir: ein LKW (und einer, der überholt wird rechts vor mir…). Ein sehr unangenehmes Gefühl. Vor allem wenn die dritte Spur (dank des LKW hinter mir, der auch noch anfing Licht zu hupen) unsichtbar immer wieder von Autos befahren bezischt wurden, die deutlich über dem aktuellen Tempolimit fuhren und das nicht nur mal eben zum überholen.

Sommerurlaub Dänemark

Nachdem der letzte „Urlaub“ ja mehr oder weniger ins Wasser fiel und alles, was wir vorhatten ausschließlich an den Wochenenden funktioniert hat, bin ich momentan zuversichtlich, dass der „Sommerurlaub“ deutlich besser wird. Na gut, das ist eigentlich großes Kunststück.

Aber der Plan sieht vor, mit Frau Schatz 3 Tage an der Ostsee in der Nähe von Damp eine Ferienwohnung zu bewohnen und danach mit Freunden von Kiel aus nach Dänemark aufzubrechen.

Eine Woche Ferienhaus, mit Terasse, Grill und großem Garten. Der einzige bisher wirklich feste Programmpunkt ist momentan das Legoland und vermutlich ein Besuch in Kopenhagen oder København wie der Däne zu sagen pflegt. Hat hier noch jemand Tips, was man in Dänemark unbedingt gesehen oder gemacht haben sollte?