Wie man mit falsch abgerechneten Digitalen Gütern verfahren kann – oder auch nicht.

Ich hatte es ja bereits im Artikel über eBooks angekündigt, etwas über falsch abgerechnete Digitalgüter und die Gunst des Verkäufers zu schreiben.

Ich stolperte also über ein Angebot von Amazon, MP3-Alben für 2,98€ zu kaufen. Ich, der ja sonst keine MP3s kauft, fand ca. 3€ für eine Red Hot Chili Peppers Album aber erstmal einen Preis, zu dem man auch mal MP3s kaufen kann.

Da Amazon selbst es nicht gebacken bekommt, den eigenen Downloader für Linux auch nur halbwegs aktuell zu halten, habe ich das Album in der MP3-Downloader-App gesucht, gefunden und heruntergeladen.

Auch in der Android-App stand das Album um 22:43 für 2,98€ zum Download. Allerdings wurden mir von Amazon 12,99€ abgerechnet. Eine normale Bestellung von physikalischen Gütern hätte ich zu diesem Zeitpunkt noch canceln können. Oder, falls es zu spät gewesen wäre, immer noch zurücksenden können. Die MP3s befanden sich allerdings schon bei mir.

Der Versuch der Beschwerde gestaltete sich schwierig. Zwar ist die Hotline bei Amazon scheinbar rund um die Uhr besetzt (also auch um 23.00 Uhr), allerdings offenbarte man mir, ich möge mein Problem direkt der „MP3-Abteilung“ darlegen. Diese war wohl allerdings schon „im Feierabend“.

Ich habe dann am 7. November seit morgens um 7:30 mehrmalig versucht, einen Ansprechpartner zu finden. Das ganze endete dann damit, dass jemand um 18:18 versuchte bei mir anzurufen, ich aber zu diesem Zeitpunkt auf dem Motorrad unterwegs war. Es soll Menschen geben, die zu so einer Zeit auf dem Heimweg von der Arbeit sind. Das ganze endete dann in folgender Mail (Hervorhebung von mir):

Guten Tag, Herr xxx.

und herzlichen Dank für Ihre Rückmeldung an Amazon.de.

Ich hätte Sie gerne bezüglich Ihres MP3-Downloadproblems gerne persönlich gesprochen, um zu einer für Sie zufrieden stellenden Lösung zu kommen.

Daher habe ich soeben versucht, Sie unter der bei uns hinterlegten Telefonnummer 01791453505 anzurufen. Aber leider konnte ich Sie nicht erreichen.

Zu Ihrem Anliegen:

Es tut mir sehr leid, dass die Bestellung xxx-xxxxxxxx-xxxxxxx nicht zufriedenstellend verlaufen ist und es zu einem Abrechnungsfehler kam. In diesem Fall mache ich gerne eine Ausnahme und erstatte Ihnen den Differenzpreis.

Ich habe soeben eine Erstattung in Höhe von EUR 10,01 veranlasst. Dieser Betrag wird auf das bei Ihrer Bestellung angegebene Bank- beziehungsweise Kreditkartenkonto zurückgebucht.

Wir bestätigen die Erstattungsbearbeitung noch einmal per automatische E-Mail.

[…]

Der Gefahrenübergang bei digitalen Gütern ist also scheinbar mit dem Klick auf den Kaufen-Button passiert. Im Falle von Amazon bedeutet das: wenn der Tansfer schiefgeht, ist es meine Verantwortung. In Kombination mit der direkten Bereitstellung der Ware ergibt sich also aus Käufersicht eine Beweislastumkehr im „Garantiefall“. Das halte ich für bedenklich.

Im konkreten Fall stört mich allerdings die Formulierung des Agenten:

In diesem Fall mache ich gerne eine Ausnahme und erstatte Ihnen den Differenzpreis.

Wieso sollte das eine Ausnahme sein, dass im Falle eines Abrechnungsfehlers die Differenz erstattet wird?

Amazon hat geantwortet:

Guten Tag, Herr Jung,

vielen Dank für Ihr Feedback an Amazon.de.

Ich möchte mich vielmals für das entstandene Missverständnis entschuldigen.

Leider bestand zum Zeitpunkt Ihrer Bestellung ein Fehler auf unserer Webseite, wodurch der vergünstigte Preis Ihres MP3-Albums nicht berücksichtigt wurde.

Die Erstattung ist natürlich keine Ausnahme gewesen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen Informationen weiterhelfen und wünsche noch einen schöne Tag.

Ich hatte irgendwie auch nicht erwartet, dass Amazon hier näher drauf eingeht.

MP3s falsch abgerechnet, was nun?

Frage an die digitale Elite hier im Internet:

Wenn ich eine CD/DVD/Bluray kaufe, man mir dafür den falschen Preis berechnet, dann schicke ich die CD/DVD/Bluray zurück.

Was mache ich, wenn ich via App eine CD im MP3-Format erwerbe, und mir dafür der falsche Preis berechnet wird? Sprich: Die App sagt: 2,98€, am Ende zieht der Händler mir dann 12,99€ ab. Was macht man da? Angewiesen sein auf die Kulanz des Händlers finde ich in diesem Zusammenhang ziemlich bescheiden.

Eine Schachtel voller Rock

Lange ist es schon her, dass mir den Sansa E280 zugelegt habe. Und das alles nur wegen Rockbox. Rockbox, die Linux-basierende quelloffene Alternativfirmware, mit der ich spielen kann, das Last.FM unterstützt, dateibasiertes Browsing, Radiostationen mit Namen anstelle nur mit Frequenzen. Außerdem gibts einige Spiele, sprachbasiertes Menü, das Menübefehle ansagen kann, verschiedene Themes und die Datenbank mit den MP3-Tags ist deutlich besser, sortiert die Lieder nicht, wie die Sansa-Software trotz korrekter Tags durcheinander.

Nicht so Rockbox, dessen einzige Nachteile momentan für mich nur darin bestehen, dass die Akkulaufzeit etwas kürzer ist, aber ganz ehrlich: Der Unterschied zwischen 16 und 20 Stunden ist im Prinzip ja ziemlich wurscht.

Der zweite Nachteil ist, das der USB-Modus nur mit der Original-Firmware funktioniert, allerdings ist auch das, weil es ja nur zum Befüllen des Players genutzt wird, relativ egal.

Es ist nur schade, dass es knapp 2 Jahre gedauert hat, bis ich den Player endlich so nutzen kann, wie ich es wollte, als ich ihn Anfang 2008 gekauft habe, nachdem ich mir bei einem Bekannten die Alternativfirmware auf dem E250 angeschaut habe.

Man kann sich vorstellen, wie sehr man das kotzen bekommt, wenn man mal eben 120€ für einen MP3-Player ausgibt, der nicht mal richtig funktioniert, und der dann, aufgrund eines versteckten Hardwarewechsels im Jahr 2007, seit dem die Geräte der E-Serie ein kleines „v2“ neben der Modellbezeichnung auf der Rückseite haben, nicht mal mit der kaufentscheidenden Alternativfirmware bespielt werden kann.

Aber das ist vorbei, ich kann spielen und Musik hören, Radio hören und davon aufnehmen. Und die Radiostationen haben jetzt Namen. Und die Reihenfolge der Lieder ist sowohl über die Datenbank als auch über das Dateisystem richtig.

Danke, Rockbox.  (Ich habe gerade 5$ gespendet…)

Vom Verlust des Fingerspitzengefühls

Warum denken alle Handy- und MP3-Player-Hersteller, dass Touchscreens die Lösung aller Probleme sind? Ersetzt die Flexibilität eines Touchscreens jetzt die strukturierte Führung durch ein Menü? Und wer hat behauptet, dass diese komische Lösung von Apple das Nonplusultra schlechthin ist?

Ich persönlich mag Tasten. Die sind in der Tasche erfühlbar, um zum nächsten Track zu springen, muss ich nicht mein Handy oder meinen MP3-Player aus der Hose holen und publikumswirksam die Hülle entfernen, draufrumwischen, Hülle wieder draufziehen und wieder einstecken.

Ich mag auch eine Volltastatur auf Handys. Mein xda Cosmo leistet beim SMS schreiben verdammt gute Dienste.

Ein Touchscreen ist ja grundsätzlich auch nicht verkehrt, aber dieser absolute Verzicht auf prinzipiell alle Tasten, ist, meiner Meinung nach der falsche Weg.