Um den Geist zu befreien, muss man ihn einengen

Man sagt ja oft, die Mutter der Kreativität sei die Freiheit. Ich finde, diese These trifft nur zum Teil zu. Natürlich benötigt Kreativität eine gewisse Freiheit, dennoch ist es meiner Meinung nach sinnvoll, diese mit Regeln einzuschränken.

Ein Beispiel für gesteigerte Kreativität durch engere Vorgaben sind Haikus und das allseits beliebte „Microblogging„, verbreitet durch Dienste wie Twitter, identi.ca, Jaiku und andere. Hier wird – ähnlich wie bei SMS – durch die künstliche Knappheit die Kreativität gefordert um mehr Text als vorhanden in die Nachrichten zu packen.

Anders als bei SMS werden hier allerdings selten krude Abkürzungen verwendet, die über den „normalen“ Internetslang hinausgehen, was mich ab und an verwundert. Allerdings werden durch so genannte Hashtags genutzt, um eine Message mit bestimmten Zusammenhängen zu versehen, auch wenn dieser aus der eigentlichen Nachricht nicht hervorgeht.

Eine Andere möglichkeit, diese Hashtags zu benutzen ist, alle Nachrichten zu einem bestimmten Thema mit einem möglichst eindeutigen Tag zu versehen. So sind die meisten Nachrichten auf Twitter und Identi.ca betreffend der Microblogging Conference 2009 mit dem Hashtag #mbc09 versehen. Allerdings ist diese Art, Tags zu benutzen natürlich die gebräuchlicherere, weil dafür gedachte Variante.

Insgesamt zeigt sich bei Kommunikation mit begrenzter Ausdrucksmöglichkeit, das diese meistens auf eine andere Weise flexibler, interessanter und kreativer ist. Das weiß auch schon der Kurzfilm und die Kurzgeschichte. Vielleicht kann man damit behaupten, dass Twitter und Co. die Kommunikation nicht nur schneller, sondern auch kreativer gestalten können.

Allerdings – wie man an diesem Artikel sicher erkennen kann, sind etwas längere Gedanken und Artikel natürlich nicht damit zu ersetzen. Aber die Ergänzung als solche finde ich großartig.