in Linux

Ich hatte ja neulich mal über Homebanking unter Linux geschrieben, was ich mittlerweile echt gut finde. Über Fakturama habe ich bisher noch nichts geschrieben, sollte ich aber definitiv mal tun. Aber dieses Mal: Steuererklärungen unter Linux und wie Microsoft einem den Tag vermiesen kann.

Bisher habe ich keine Steuererklärungssoftware gefunden die (nativ) unter Linux läuft. Die Nutzung von Wine finde ich bei dieser Art von Software irgendwie komisch, da gibts in den meisten Bürosoftwares meist komische Dinge. Und kurz vor Schluss stellt sich dann raus, dass die DLL unter Wine nicht geht und ich zwar ne Erklärung habe, diese aber nicht abgeben kann. Nein, darauf habe ich wenig Lust. Ebensowenig habe ich wenig Vertrauen in Cloud-Services aka Online-Steuererklärung.

Achtung, längerer MS-Rant. Weiter mit der Steuer-Software.

Nun hatte ich vor kurzem mein Notebook neu aufgesetzt, nachdem es mehrmals mit Windows den Hitzetod gestorben ist, was schlussendlich in einer nicht reparablen Windows-Installation endete, die nur noch im abgesicherten Modus startete. Unter Linux lösten die gleichen Aufgaben (Video in HD wiedergeben) nur müdes Gähnen und ab und zu eine Lüfterumdrehung aus.

Also war die Devise damals: Produkt-Key auslesen, in mein Wiki schreiben, Linux installieren. Profit.

Solange jedenfalls, bis ich jetzt langsam mal die Steuererklärung abgeben muss. Virtualbox installieren, ISO bei MS runterladen, installieren, Steuersoftware drauf. Zeuchs vom Vorjahr importieren, anpassen. Fertig. Oder? ODER?

Das Windows-ISO lässt sich nur mit Produkt-Key herunterladen. Ja, richtig gelesen. Nun hat mein ausgelesener Key nicht funktioniert (dazu später mehr). Nach endlosen Versuchen habe ich es geschafft, die MS-Hotline-Nummer zu finden, ohne dass ich ein Live-Konto für Rückruf-Services anlegen musste.

Die Dame fragte dann auch nach kurzem Probieren meines Schlüssels, ob ich diesen ausgelesen hätte und dass ich mit diesem nichts herunterladen könnte, erklärte mir, dass sich der richtige unter dem Akku (Thinkpad, yay!) auf einem Aufkleber befände. Sie wollte mir einen Download-Link per E-Mail schicken, der nie ankam. Und selbst mit dem (richtigen) Key meckert die MS-Seite, dass mein Key ja ein OEM-Key sei und sie mir deshalb kein ISO geben wollen. Wie bitte?

Was ist das denn für ein Scheiß?

Das lustige ist: Als Webentwickler weiss ich, dass es modern.ie gibt und dort gibt es 90 Tage lauffähige VMs mit Windows 7. So lange brauche ich dann eher nicht, um meine Steuererklärung zu machen. Und von der Tatsache abgesehen, dass man halt das Tastatur-Layout umstellen muss, weil das Windows auf Englisch eingestellt ist, ist das ne echt feine Sache. Und die Steuersoftware-Daten landen am Ende auf meinem NAS, damit das im dümmsten Fall nächstes Jahr wieder funktioniert…


Wie macht ihr mit Linux eure Steuern?

Aktuell nutze ich eine von Aldi gebrandete Steuersoftware von Data Buhl, weil ich da meine Daten einfach von Jahr zu Jahr mitnehmen kann. Ich bin wirklich daran interessiert, diese letzte wirkliche Abhängigkeit von Windows loszuwerden. Wer da sinnvolle Tipps hat, die am Ende auch mit Elster-Erklärung und zertifikatsbasierter Abgabe funktioniert: Immer her damit!

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Kommentar

15 Kommentare

  1. elster.de? resp. ElsterOnline. Ist vielleicht nicht ganz so komfortabel wie die Buhl-Sache, aber für die meisten Leute dürfte das gut genug sein.

    Bei mir war auch die Steuererklärung lange das letzte Überbleibsel an Windows, aber seit 2 Jahren mache ich das jetzt per ElsterOnline. Datenübernahme aka „vorausgefüllte Steuerklärung“ geht auch. Als Cloud-Service finde ich das Bayerische Landesamt für Steuern hinreichend vertrauenswürdig, auch wenn mein zuständiges Finanzamt nicht in Bayern sitzt.

  2. Hei, bin sehr gespannt, was dabei herauskommt, ich habe das gleiche „Problem“.

    Der Link zu den VMs finde ich sehr interessant, es läd gerade runter….

    Schöne Grüße

  3. Hmm?

    Ich hatte eigentlich ein Artikel zum Thema „Steuererklärung unter Linux“ erwartet, da es auch gerade bei mir aktuell ist. Dann lese ich aber nur von deinem Problem einen Produktschlüssel für windows zu bekommen. Was hat das mit dem Thema zu tun?

    Hätte die Überschrift nicht lauten müssen „Wo ist auf einem Thinkpad der Windowsproduktschlüssel versteckt?“

    Sorry, bin leicht genervt, weil mich diese Thematik nicht interessiert, das was du in der Überschrift schreibst dagegen sehr. Z.b. ob und wie Elsteronline unter Linux funktioniert?

    • Naja, der Autor schreibt über seine Erfahrungen, die er mit seiner Steuer gemacht hat. Genau das ist das, was private Blogs eben so machen. Und der entscheidende Faktor ist seine Linuxnutzung, würde er Windows nutzen, gäbs das Problem nicht.

      Es handelt sich bei Blogs nicht um Fachartikel, daher finde ich es nett einfach Erfahrungen zu lesen, auch wenn es Inhaltlich dann mehr um Windows-Keys geht.

      Nichts desto Trotz, „genervt“ ist ein hartes Wort, gerade wenn man bedenkt, dass private Blogger völlig Kostenlos Inhalte generieren, wie kann man davon genervt sein? Also gut, man kann… nur ist der gegebene Artikel genug Anlass dazu?

      Du – Struppi – merkst, dass du meine Emotion geweckt hast, so wie der Artikel deine. Und natürlich ist es bei dir erst einmal eine Emotion und die ist immer richtig, nur sollte danach die Reflexion und Skallierung kommen und die hätte ich persönlich anders gewichtet.

      Also, Harmonie für alle, „Weiter so“ an den Schreiberling und schöne Grüße

      Thoys

      ps. ElsterFormulare läuft ja im Browser. Jedoch denke ich, dass auch du etwas anderes suchst, eine Software, die dir ein wenig hilft? Ich persönlich hab dazu auch nichts, bin aber gespannt, ob noch Kommentare mit Antworten kommen.

      • Bitte, die Details nicht vergessen „leicht genervt“ drückt es deutlich aus, wie ich finde.
        Ich halte die Überschrift für unpassend, nicht mehr und nicht weniger.

        Das hat mich genervt, da ich ich die Blogartikel die ich lese und die ich nicht lesen will, anhand der Überschrift im Feeddreader aussuche. Das klappt im grossen und ganzen auch gut bei ein paar hundert Artikel am Tag. Nur wenn sie missverständlich sind nicht mehr.

        Wenn der Blog nicht interessant ist, dann lösche ich ihn im Reader. Das ist aber in dem Fall nicht möglich, da er bei mir in den OSBN Aggregator läuft. Dort sind aber viele Blogs die ich mag (auch wenn ich nicht jeden Artikel lese s.o.) und ungerne deaktivieren wollte.

      • Ein bisschen kann ich die Enttäuschung aber verstehen, da ich den Artikel dadurch eigentlich auch mit einer anderen Prämisse gelesen habe ;-)

    • Genau das interessiert mich ja auch. Ich hatte die Überschrift als Frage formuliert. Der naheliegendste Tipp, den ich für Linux-User habe: VM mit Windows. Wenn das nicht ohne weiteres geht: modern.ie hilft.

      Ansonsten bin ich auch sehr an eine Lösung des eigentlichen Problems interessiert und wie Thoys es schon gesagt hat: ElsterFormular unterstützt meinen Anwendungsfall da für mich nicht genug (Job, zusammengelegte Erklärung, Gewerbe und den ganzen Kram).

      • Das mache ich ebenfalls so und ich sehe auch kein Problem eine Windows installation in eine VM zu installieren (auf meinem Dell Rechner klebt der Aufkleber oben auf dem Gehäuse).

        Danke für die Info, da ich ebenfalls Nebenerwerbseinahmen habe, genügt das also nicht?

        • Ich finde zumindest in der gängigen Buhl-Software genug Hilfe, um z.B. das Arbeitszimmer und die entsprechenden Nebenkosten anteilig einfach auszurechnen und einzugeben. Ich mache halt Einkommens-, Gewerbe- und Umsatzsteuer damit mit einem Tool, das entsprechende Hilfen für Dummies wie mich gibt :-)

          Eine Installation in einer VM bekomme ich auch hin (eigentlich ziemlich gut, sogar), wenn ich ein Installations-ISO habe.

  4. Wo liegt hier bloß das Problem?

    Genau, Bayern hat’s kaputt gemacht.
    Für alle, denen diese Info nicht geläufig sein sollte, es existiert eine „Linux-Version“ von Elster. Nur ist diese möglicherweise mittlerweile veraltet, denn es war (möglicherweise ist es sogar noch) eine „interne Testversion“ des Bayrischen Landesamts für Steuern.

    Vielleicht sollte man mal bei denen vor dem Tor protestieren, damit die ihre „steuerfinanzierten Ergüsse“ mal mit der Republik „teilen möchten“.