Firefox 3.5 – Was sich sonst noch so geändert hat

Nachdem ich mich ja schon zum Firefox 3.5 geäußert hatte, sind mir noch ein paar Kleinigkeiten aufgefallen. Sehr interessant ist folgendes: Ich kann eine Seite mit „Strg + F5“ neu laden und dabei den Cache für die Seite leeren. Bisher funktionierte das auch mit dem Halten des Strg-Buttons und einem Klick auf das Reload-Icon. Im FF3.5 lädt die Seite dann in einem neuen Tab (das Klicken eines Links bei gedrücktem Strg öffnet den Link in einem neuen Tab). Das ist dabei plattformunabhängig.

Was nicht plattformunabhängig ist, ist folgendes: Man markiere auf einer Seite ein Wort, ziehe dieses in das Suchfeld oben rechts, und drücke vor dem loslassen die Alt-Taste und halte sie bis nach dem loslassen des Mausbuttons gedrückt. Das Ergebnis im Firefox 3.0: Die Suche nach dem Wort wird in einem neuen Tab geöffnet. Mache ich das ohne Alt zu drücken, wird Google im aktuellen Tab geöffnet.

Im Firefox 3.5 sieht das anders aus: Unter Windows funktioniert das Verhalten noch exakt genau so. Unter Linux wird die Suche immer im aktuellen Tab geöffnet. Netterweise gibts die Option alle Suchen im neuen Tab zu öffnen in den Einstellungen, was dazu führt, dass ein Suchbegriff, der mit Alt+Enter bestätigt wird, im aktuellen Tab aufgeht, eine normale Suche mit Enter im neuen Tab. Das Alt-Handling beim Drag’n’Drop funktionert da irgendwie trotzdem nicht richtig.

Sollte jemand dafür eine Lösung haben, darf er sich gerne melden, das mit richtigen Suchkeywords ist nämlich nicht immer so einfach…

Firefox 3.5 – Mein Fazit

Fun with FirefoxHochgeladen unter CC-BY-NC-SA von  Sparrow*

Unbeachtet des JS-Exploits, der für den FF 3.5 kursiert, ist der Firefox unter Linux und unter Windows extrem schnell. Positiv unter Windows (Firma) war der Eindruck der Startzeit. Fenster (z.B. Popups) sind im Prinzip direkt auf, der alte 3.0 hat da immer irgendwie ne Ruhepause gebraucht, um ein Window-Handle zu bekommen. Generell hat sich bei mir das Startverhalten generell deutlich verbessert.

Unter Linux war der Eindruck weniger gut, zumindest am Anfang. Ich habe den Vanilla-Firefox direkt von Mozilla bezogen nach /opt geschoben und meine Symlinks angepasst. Kein großes Ding.

Gestern habe ich dann einen extrem nervigen Bug entdeckt: Der Firefox verabschiedet sich freundlich, wenn ich ein Flashvideo im Vollbild gucken möchte. Die Lösung habe ich allerdings schon gefunden, nur noch nicht eingebaut, was heute abend nachgeholt wird. Ärgerlich ist es allemal.

Dazu kommt, bzw. kam, dass der Firefox die Gnome-Settings für die Schriften völlig ignoriert hat. Dazu habe ich dann meine Fontconfig-Settings aus den Gnome-Settings geupdatet, da das „Ubuntu Modification Pack“ das vermutlich normalerweise übernimmt, aber extern für den FF3.5 nicht zur Verfügung steht.

Mittlerweile läuft der Panda wie gewünscht, und das sollte die Hauptsache sein. Die Aktion auf meinem Notebook dürfte dank Jaunty weniger kompliziert werden.

Fazit: Wer sich über einen langsamen Firefox 3 ärgert, sollte wirklich dringend updaten. Und die wichtigsten Plugins gibts auch schon für den 3.5, ansonsten helfen die Nightly-Tester-Tools auch gerne weiter.

Noch ein Grund…

Bei der am Dienstag abgehaltenen Wahl des Direktkanidaten der Piraten zum Wahlkreis MKK, musste ich wieder einmal feststellen, welche Vorteile so ein modernes Linux-System haben kann.

Unter Vista ist es unserem Direktkandidaten nicht gelungen ohne CD einen Samsung ML-1640 einzurichten, die Versuche, die (nagelneue) CD mit dem Treiber zu lesen hat auch nicht funktioniert. Ergebnis war ein 20minütiger Fußmarsch zum „drucken gehen“.

Ich habe diesen Drucker zuhause stehen und bin geschockt, ob der Einrichtung unter Linux: Anstöpseln, 10 Sekunden warten, drucken. Kein Treiber muss heruntergeladen werden, der bereits vorhandene Treiber funktioniert bei mir einwandfrei, inklusive Eco-Einstellungen.

Komfort

Ich hatte heute das „Vergnügen“, einem Bekannten sein neu gekauftes Notebook, ausgerüstet mit Windows Vista Premium und jede Menge (anderer) beschissener Software einrichten zu dürfen.

Ein Wahnsinn, was heute auf so nem „jungfräulichen“ Notebook alles installiert ist. Ein Wahnsinn wie unkomfortabel es ist, Software auf so einem Gerät zu installieren. Ich muss das Zeug

  1. suchen,
  2. herunterladen,
  3. auf der Platte suchen
  4. doppelklicken
  5. bestätigen, dass ich der Datei vertraue (Benutzerkontensicherheit)
  6. bestätigen, dass ich das installieren will (siehe 5.)
  7. immer schön gucken dass Sachen wie „Toolbar LeckMichFett installieren“ ausgeschaltet werden
  8. 35 mal jeden Dreck bestätigen

Und das bei Software, die nicht mal außergewöhnlich ist: Firefox, Thunderbird, Virenscanner, OpenOffice.org, Miro, VLC.

Unter Linux geht das irgendwie schneller:

  1. Terminal auf
  2. sudo apt-get install firefox thunderbird openoffice.org miro vlc-player
  3. Passwort eingeben
  4. Etwas warten

Okay, setzt natürlich das einmalige Einfügen der Miro-Paketquelle voraus, damit käme ich auch auf acht Schritte. Allerdings geht das trotzdem deutlich schneller, muss ich doch nur die Miro-Webseite besuchen. Dafür sind Firefox und OpenOffice.org meist schon in der Startkonfiguration installiert.

Zeitersparnis wären gewesen: ca. 4-5 Stunden. Und da sag noch einer, Linux wäre unkomfortabel.

(Ich habe die Kiste übrigens mal mit der Jaunty RC-Live-CD gebootet und das sah eigentlich schon sehr vielversprechend aus: WLAN funktionierte schonmal. Ton kam auch, also prinzipiell lauffähig auf dem HP-Book…)

Virtuelle Desktops

Frank Helmschrott fragt nach der Benutzung von virtuellen Desktops/Spaces, nach dem ob und wie. Boris Stumpf hat schon darauf geantwortet, wie er das unter Linux handhabt, und wie er das bei dem großen Bunten OS aus dem sonnigen Redmond vermisst.

Bei mir sieht das eigentlich ähnlich aus wie bei Boris, ich benutze die Desktops als thematische Trennung. Browsen, Mailen, Videos, Bildbearbeitung, ist die meistgenutze Sortierung bei mir. Manchmal ist das auch ein bisschen anders, je nachdem, was ich gerade mache, aber so kann ich einen groben Überblick behalten.

Und es gibt es wirklich, dass man an einem Windows-System sitzt und versucht mit Alt+Strg+Pfeiltaste auf den anderen Desktop zu wechseln. Oder dass man versucht, mit Alt+F2 einen Launcher zu öffnen.

Nackt

Gut, die Überschrift mag ein wenig Provokant sein, aber nackt trifft den Grundzustand einer Windows XP-Installation ziemlich treffend, auch wenn es nur in einer VM ist. Dann lieber ein Linux-System von CD oder DVD installieren und loslegen können – mit Office, ordentlichem E-Mail-Programm und einem richtigen Browser.

Warum ich mir jetzt ne neue VM aufgesetzt habe, erfahrt ihr demnächst an anderer Stelle. Und dann gibts auch was zu gewinnen.

Danke, Ritchie!

Über Aussehen und Auftreten eines Richard Stallman kann man streiten, ganz sicher. Verkörpert er doch einen Typus der in vielen Hirnen rumschwirrenden Linux/Unix/GNU-Vorurteile.

Worüber man auch streiten kann, aber definitiv nicht sollte, weil der Mann einfach nur Recht hat und sich zu selbigem über diverse proprietäre Produkte in den Schulen aufregt, ist, dass es, wenn man Verfassungen ordentlich legitimierter Staatsmächte betrachtet, eigentlich die Pflicht der Behörden und öffentlichen Institutionen ist, eine freie Software zu unterstützen und selbst einzusetzen und das ausschließlich.

Und ich kenne dabei noch den ein oder anderen, der das genauso sieht.

Und wenn ich mir dann überlege, warum man es sich antut, 25stellige Registrierungsnummern über eine Telefontastatur in eine Telefonleitung zu hacken, und das gleich vier mal hintereinander, weil man zwar das Windows bei uns im Büro über’s Netz aktivieren kann (ohne Einstellungen zu Proy, Firewall etc.), das gleiche dann aber mit Visio, Office, Visual Studio und anderem Krams aber nicht mehr geht.

Die Schule lebt es vor, weil die Industrie es vorgibt. Und warum? Das wüsste ich wirklich gerne. Alternativen gibt es ja mittlerweile in dafür ausreichender Vielfalt und Güte. Aber das Umlernen ist so schwer, scheinbar.