Internetsperrung in der Bananenrepublik Deutschland: bei Download offline

Symbolbild: Bananenrepublik Deutschland

Nun gut, unser Kulturstaatsminister, seines Zeichens scheinbar Marionette der Content-Industrie, verlangt nun Internetsperrung von Urheberrechtsverletzern. Unabhängig von der Frage, wie das ganze in Frankreich und Großbritannien gehandhabt wird und ebenso unabhängig von den Ansichten des EU-Parlaments, stellt sich mir die Frage um welche Arten von Urheberrechtsverletzungen es eigentlich geht, die diese Art des Kulturentzugs zur Anwendung kommen lassen.

Geht es hier um das Benutzen von Tauschbörsen, das illegale Herunterladen und Tauschen von Musikstücken, Filmen, Büchern? Geht es auch um Delikte, die nicht im Zusammenhang mit der Benutzung einer Tauschbörse stehen? Ein Beispiel dafür wäre, ein kopiertes Bild eines Stadtplans ins Impressum einer Firmenseite einzubauen. Urheberrechtsverletzung, wurde auch schon abgemahnt. Das Verschicken von Emails mit lustigen Bildern, deren Urheber unbekannt ist: Urheberrechtsverletzung. Tauschen von gebrannten Spielen/Filmen/CDs auf dem Schulhof: Urheberrechtsverletzung. Mal eben das eigene (eventuell kopierte) MS-Office bei einem Bekannten installieren: Urheberrechtsverletzung (u.U. sogar doppelt). Der Freundin die eigene CD für’s Auto kopieren: Urheberrechtsverletzung. Bei Umgehen eines Kopierschutzes zur Wahrnehmung des Rechts auf Privatkopie: Straftat.

Die Content-Industrie will also mehr Schutz vor den Konsumenten und gegebenfalls eine Zensur erreichen, wenn jemand sich nicht „an die Regeln hält“. Gefährlich. Bekommt jemand, der am Telefon urheberrechtlich geschützte Lieder für seine Freundin singt in Zukunft sein Telefon abgenommen? Und was passiert mit Menschen, die Sendungen im Fernseher aufnehmen und diese dann ins Netz stellen? Bekommen die Internet und Fernseh-Verbot? Wird Menschen, die Erpresserbriefe aus Zeitungen zusammenschnipseln das Lesen und Schreiben verboten? Wird ihnen ein Zeitungsabo verboten? (Müsste man solche Menschen nicht auch wegen Urheberrechtsdelikten verurteilen?)

Unter Betrachtung dieser noch lange nicht vollständigen Auflistung möglicher Urheberrechtsverletzungen (die Geschichte mit den Bildern der einen Autos der Marke Ford fehlt zum Beispiel) ist eine Durchsetzung einer solchen Forderung zutiefst bedenklich. Auch der Versuch. Und irgendwie muss ich da ganz komisch an die netten Herren denken, die alles, was ihnen oder ihren Cousins und Onkeln und Brüdern nicht passt, einfach verbieten und die „Schuldigen“ hinter Gitter sperren. Ohne Grund und gesetzliche Handhabe. Aber hier soll die grundlose und vermutlich verfassungswidrige, gesetzliche Handhabe geschaffen werden.

Mir wird schlecht, wenn ich mir so überlege, dass das vermutlich noch lange nicht das Ende der Fahnenstange an Forderungen und Ideen ist. Dümmer geht nimmer, glaube ich in diesem Fall.

Wie die kleinen Kinder

Ja genau, das war das erste, was mir zum offenen Brief der Musikindustrie an Angela Merkel bei heise einfiel. Wenn’s mal nicht nach eurer Nase geht, schreit ihr gleich nach Hilfe, betet uns was vor von sinkenden Umsätzen (vergesst aber, die meist steigenden Gewinne zu erwähnen). Ihr verklagt eure Kunden, eure Fans und wollt gegen Sie geschützt werden? Ihr seid jämmerlich.

In der Schule haben sie Deppen wie euch „Muttersöhnchen“ und „Petze“ genannt. Andere anschwärzen um von den eigenen Fehlern abzulenken. Die George DabbelJuhs der Unterhaltungsindustrie. Genau das seid ihr.

Warum versucht ihr nicht mal, für eure Kunden zu denken: DRM ist scheisse. Die dümmste Sackgasse der Welt, wie man am Beispiel „PlaysForSure“ sieht. So scheisse, dass man die Kunden, damit sie ihre DRM-gefickte Musik auch nach der Serverabschaltung abspielen können, auffordert, die Musik auf CD zu brennen und selbst neu zu rippen – was nach deutschen Recht illegal ist. DRM ist geil. Zum Glück bin ich da ja nicht von betroffen, ich könnte die Musik auf meinen Linux-Rechnern eh nicht abspielen. Deswegen kauf ich sie auch nicht. Zack – Ein zahlender Kunde weniger.

Und zu der mit genausodummen parallelen Sackgasse, dem Kopierschutz bei Filmen (was für CDs genauso gilt), hatte ich meine Meinung ja deutlich zum Ausdruck gebracht.

Bei Nerdcore gibts auch noch ein bisschen Stoff zum Thema.

Probleme mit Funambol und XAMPP?

Nach dem Umzug auf meinen neuen Nemaq-Rechner habe ich heute festgestellt, dass ich diverse Probleme mit XAMPP und Funambol habe hatte. Nachdem XAMPP beim Start mit „Fehler 127, keine Ahnung was da los ist“ den Dienst quittierte und Funambol zwar prinzipiell lief, allerdings keine Connections annahm, beim Beenden was von Fehlern mit Catalina und nicht aufzulösendem Alias „home“ (mein einfallsreicher Rechnername) erzählte, hatte ich mal ne neue XAMPP/LAMPP-Version drübergespielt.

Die hat beim ersten Start dann auch den Fehler behoben.

Wer also solche Probleme mit Funambol (Catalina-Fehler beim Beenden, Admin-Panel erzeugt Loop und schmiert mit Stack Overflows ab) hat, einfach mal den Rechnernamen in der /etc/hosts mappen. Dummerweise trägt Gutsy Gibbon (7.10) den Rechnernamen nur als rechner.Arbeitsgruppe ein.

Das wollte ich hier nur mal kurz festhalten, da sich bei der Suche nach eventueller Lösungsvorschläge mehrere ungelöste Forenthreads gefunden habe. Vielleicht stolpert ja hier mal einer über ne mögliche Lösung.

Der erste eigene Kernel

Beim kompilieren zusehen...
Ein Jahr Linux, mein Geburtstagsgeschenk an (mein Linux): Zuerst ein neuer Rechner mit DualCore, ner 8600GT und 4GB RAM. Und damit die auch korrekt funktionieren, basteln wir gerade den neuen Kernel mit entsprechender RAM-Unterstützung, der Server-Kernel von Ubuntu kann das zwar auch, allerdings gibt es keine Möglichkeit, dort den proprietären nVidia-Treiber einzubauen, um meinen 3D-Desktop zu nutzen. Und nachdem der auf dem neuen System so problemlos läuft, mag ich eigentlich kaum noch auf den verzichten…

Ich bin dann mal neustarten :-)

Update: Ein paar Neustarts und so weiter später die Ernüchterung. Den Kernel gibts dann wahrscheinlich erst nächstes Jahr oder so. Bin halt ne faule Socke und ich mag ein funktionierendes System dann doch ziemlich gern.

War ja klar

Wenn das Gesetz also draußen ist, muss ich noch mehr fürchten, dass mir die GSG9 das Haus stürmt, weil irgendwelche Deppen bei Providern bei der Auskunft lustige Zahlendreher in die IPs einbauen.

Aber da man ja in allem auch was gutes sehen kann: Das Geschäftsmodell eines bekannten „Fotografen“, seinem Anwalt und ähnlichen Deppen funktioniert dann nicht mehr.

Von EuroVideo zu Saturn – Dritter und letzter Akt

1. Aufzug: LGS Hanau, 3 Schüler, 1 Telefon

Ein Klassenkamerad war so freundlich und hat mir für den dritten Anruf sein Handy geliehen, in Erwartung eines längeren Gesprächs mit dem zuständigen Produktmanager von EuroVideo erschien es mir angebracht, eine möglichst günstige TK-Lösung zu finden. Base ist da ganz gut geeignet.

Freundlich war er ja, der Herr Knebel am Telefon, ich vielleicht nicht ganz so, was mir aber eigentlich ziemlich egal war. Schließlich habe ich bezahlt und die haben – mit Verlaub – Scheisse gebaut. Prinzipiell, wurde mir bestätigt, habe ich ja Recht, man schädige den zahlenden Kunden und so weiter und so fort. Aber man müsse das ja auch so sehen, man versuche ja nur, es den Piraten nicht so einfach zumachen und habe im Kopierschutz darauf geachtet, keine „nicht lizensierten“ Abspielprogramme zuzulassen. LinDVD mache im Gegensatz zu VLC da überhautpt keine Probleme, dafür könnte es aber ja auch keinen Stream auf die Platte schreiben. Gut, wieder was über den VLC gelernt.

Die Argumentation, mit einer Kopie (Haha, Kopierschutz, am Arsch… A**DVD kann den knacken, sagt Tante Google und das Sly****-Forum) oder einem aus einer x-beliebigen Tauschbörse hätten die kein Geld verdient, ich aber keine Abspielprobleme blieb im großen und ganzen unwiedersprochen.

Er hat dann auch bedauert, dass ich den Film zurückgeben wolle, beteuerte aber, dass das kein Problem sei, auch wenn der Film offen war, wenn ich dem entsprechenden Händler erklären würde, dass ich den Film nicht abspielen könne. Auf diese Problemlosigkeit hatte ich mich schon gefreut, hatte meine Freundin den Film doch im nahen Saturn-Markt gekauft.

Abtritt Telefonat, Schüler. Ein leerer Klassenraum bleibt zurück.

2. Aufzug: Saturn Hanau, Auftritt Kunde

Wie man das so macht, beim Saturn, beim Empfangschef (Anti-Diebstahls-und-mitgebrachte-Waren-Erfassungs-Beauftrager) die DVD zeigen, sich einen Zettel ausfüllen lassen, dass das die eigene ist und sich ein „Bitte direkt in die CD-Abteilung“ anhören.

Den Azubi hab ich wohl beim Kunden ignorieren gestört, die übersprudelnde Freude, jemand zum Reden gefunden zu haben, war ihm kein bisschen anzusehen, vielleicht war er auch stumm oder hatte Mundgeruch, der ihn vom Reden abhielt, auf jeden Fall war er ziemlich wortkarg und – wie sich herausstellen sollte – auch nicht gerade der hellste.

Die Worte „Ich möchte diesen Film zurückgeben hat er gerade noch so erfassen können, ein leises „Warum denn?“ verließ seine Lippen. Ich habe ihm erklärt, dass der Kopierschutz in meinem Fall auch als Abspielschutz fungiert, mein Linux-System könne den Film nicht abspielen, der Kopierschutz sei schuld, ich will (ich mochte nicht mehr, ich wollte!) den Film zurückgeben. „Repetition works, Dave, repetiton works, Dave!“

Er macht die Hülle auf, guckt die DVD an und meint: „Klar, sind so komische Wellen drauf.“ Die Träge Masse, deren organische CPU in etwa die Dichte eines Schokoladenhasen hatte, setzte sich in Bewegung, verschwand für einen Augenblick und kam wieder. In der Hand –

eine versiegelte Kopie des Films, die er mir auf den Tisch legte und „Bitteschön“ sagte. Wohlerzogen, immerhin dachte meine Halsschlagader mit gefühltem 230er Puls.

„Passen Sie auf. Wenn ich diesen Film jetzt mitnehme, stehe ich morgen mit dem Film wieder hier. Der Kopierschutz verhindert auf meinem „Media Center PC“ (begrifflich übertrieben aber faktisch richtig) auf Linuxbais nicht nur das kopieren, sondern auch gleich das abspielen. Das ist ist ein Fehler, der in allen DVDs, die sie von diesem Film haben drin ist.“ Kurz vorm explodieren erklärte ich dann in einer fast schon zu ruhigen Stimme, eindringlich, leise, zum mitschreiben, er könne gerne die Nummer vom Herrn Knebel, dem Produktmanager bei EuroVideo von mir bekommen, von dem könnte er sich das noch mal erklären lassen und dass entsprechender Produktmanager eben auch meinte, ich könne die DVD zurückgeben. Ich habe ihm auch angedroht, mein Notebook (gleiches System, gleiches Problem) und meine ~300 ORIGINAL-DVDs mitzubringen um ihn davon zu überzeugen, dass es nicht an mir liegt.

Zurückgeben, dass ist für mich das, wo man die Ware ins Geschäft bringt und sein Geld wiederbekommt. Nee, das ginge ja gar nicht, ich könne mir eine Gutschrift geben lassen und ne andere DVD mitnehmen. Und was dem Herrn denn einfiele, zu behaupten, ich könne das zurückgeben und die wäre ja offen. Guter Versuch, Schokohasi – woher soll ich denn sonst wissen, dass der Film sich nicht abspielen lässt?

Ich hatte mich schon auf Vorgesetztengespräche, ein bisschen Theatralik, zorniges Wüten, Androhung von Hausverbot etc. und einen Hinweis auf das Gebiet von Sachmängeln im BGB, Nacherfüllung, Schadensersatz u.a. eingestellt, da knickte der junge Kerl fast schon zusammen. Aber das gehe ja eigentlich nicht, dass man sein Geld zurückbekomme, und das wäre eine große und einmalige Ausnahme und überhaupt.

Endlich hatte er den Zettel ausgedruckt, den ich dann mit einem schnippigen „Danke“ entgegennahm und mich damit auf den Weg zur Kasse machte, bevor er sich die Sache vielleicht nochmal anders überlegen konnte.

Und das alles, weil irgendwelche Kopierschutzsysteme die Raubmord-Nazi-Kinderschänder-Terroristen-Kopierer eben nicht abhalten.

Den juckt das alles nämlich kein bisschen: Der hat sich Nero aus dem Netz runtergeladen und gecrackt, dazu noch die neueste A**DVD-Software, die natürlich innerhalb von zwei Wochen jeden erdenklichen DVD-Kopierschutz knackt, natürlich gecrackt. Und damit brennen die dann die DVD um. Die hat dann keinen Kopierschutz mehr, keine Raubkopierer-sind-Verbrecher- und auch keine Werbespots. Zusätzlich wird das dann in hoher Qualität in DivX oder xviD gerippt und in die Taschbörsen gestellt. Kostenlos, problemlos.

Liebe Filmindustrie, das ist Service. Für alle, die sich nicht darum scheren, ob sie damit Gesetze brechen oder den Filmschaffenden schaden. Und selbst wenn ihr einen unknackbaren Kopierschutz erfinden lassen würdet, diese Leute sind nicht eure Zielgruppe. Die kaufen nichts, gar nichts. Nicht mal die Software, mit der sie ihren Krempel kopieren.

Für den ehrlichen Kunden ist es ein Trauerspiel und es wird nicht besser.

Abtritt alle.

EuroVideo – ein Drama in mehr als zwei Akten

Okay. Es ist jetzt 17:31 und bisher hat mich, wie nicht anders zu erwarten war, keiner der Anprechpartner bei Eurovideo angerufen. Es wäre ja auch unverschämt, jemanden, der einen Rückruf ab 14:00 Uhr erwartet, einfach so fast pünktlich anzurufen, oder auch ne Stunde später. Schon gar nicht, wenn der jemand aus Hessen kommt, sich beschweren möchte und noch dazu gesagt bekommt, man würde ihn definitiv zurückrufen.

Also führe ich das zweite Telefongespräch nach München. Dort erklärt man mir, dass der zuständige Kollege sich bereits nicht mehr im Haus befindet, ich möchte doch am nächsten Tag zurückrufen und dann bitte vor 16 Uhr, dann wäre der Mitarbeiter noch im Haus. Immerhin konnte ich schon mal die direkte Durchwahl und den Namen meines Ansprechpartners herausfinden. Ich hoffe, er meldet sich, bevor ich morgen beim Saturn auf der Matte stehe.

Wer solche prinzipiell defekten (weil mit manipuliertem Dateisystem) arbeitenden DVDs verkauft, sollte auch entsprechenden Support liefern können. Einen funktionierenden. Und von Supportlegasthenikern im Callcenter habe ich langsam die Nase voll. Wenn ich so arbeiten würde, wäre ich ruck-zuck arbeitslos.

Jetzt habe ich schon ca. 3 zusätzliche Euros und ca. eine Stunde Zeit geopfert, nur weil diese Kopierschutz-Nazis es eine Lernkurve haben, die mit der Funktion „f(x) = 0x“ beschrieben werden können. (Sollte das jemand visualisiert haben wollen, einfach in die Kommentare schreiben, ich bastel das dann).

Hätte ich mir den Film von jemand anderem kopieren lassen oder hätte ich ihn aus dem Netz gesaugt, immerhin gibt es da bestimmt auch Torrents bei der Pirate Bay, hätte ich weniger Stress und Kosten gehabt. Womit man sieht, dass der ehrliche Käufer bei dem ganzen DRM-Kopierschutz-Brainfuck-Schrott am Ende wieder der Dumme ist.

Wer früher stirbt ist länger tot – Kopierschutz at its fucking best

Wie der eine oder andere weiss, benutze ich seit fast einem Jahr Linux, seit einem dreiviertel Jahr ausschließlich. Es gibt noch eine Windows-VM, aber die langweilt sich mit ihren zwei Gigabyte Speicher und hat schon Spinnweben an den Prozessor-Beinchen.

Nun, ich kann mit meinem Linux so ziemlich alles, was ich auch unter Windows konnte: Musik hören, surfen, Filme gucken, mailen, spielen, was man eben so alles macht. Diesen Sonntag morgen allerdings ging etwas schief. „Wer früher stirbt ist länger tot – Kopierschutz at its fucking best“ weiterlesen

Die FAZ schreibt über OOXML

oder: „Selbst Heise-Trolle haben mehr Ahnung“

In dem heutigen Artikel „Microsofts Office OpenXML – Ein Dateiformat für die Computer der Zukunft“ steckt so viel unrecherchierter Müll drin, dass man selbst einem Heise-Troll eher einen Grimme-Preis verleihen könnte.

  1. Es gibt seit 2006 das OpenDocument Format, auch bekannt als ISO/IEC 26300 und von keinem einzelnen Hersteller abhängig
  2. Die Dateiendung für Dateien, die mit OOXML gespeichert werden, ist nicht „.xml“, sondern beispielsweise „.docx“ für Word-Dateien
  3. „.xml“-Dokumente können seit Office 2003 verwendet werden
  4. Sowohl die XML-Dokumente aus Office 2003, als auch die aus Office 2007 sind nicht im neuen ISO-Standard beschrieben, das neue Format in Office 2007 diente lediglich als Vorlage
  5. Welches der beiden im Artikel verwechselten/vermischten auch immer Carsten Knop meint, keines davon hat sich auf allen Plattformen, die er nennt („Linux, Windows, Mac OS und Palm OS“) verbreitet, geschweige denn „durchgesetzt“ und schon gar nicht als Standard, wahrscheinlich verwechselt er das mit ODF
  6. Warum wird erst erklärt, dem Standard stehe nun nichts mehr im Weg, dann heisst es, der Standard hätte sich schon auf vielen Plattformen eingefunden (s.o.) und am Ende des Artikels steht ein „[…] habe der Standard auch noch deutlich verbessert werden können“?
  7. Wie geht es denn dann, dass der im April 2008 durch Kommentare erweiterte und dann erst verabschiedete Standard „bereits in Office 2007 enthalten ist“, welches schon im Januar 2007 zusammen mit Vista verkauft wurde?

Zusammenfassend lässt sich also vermuten, dass Carsten Knop keine Ahnung hat, was er da eigentlich schreibt. Zumindest, was die Technik angeht. Aber seine Beschreibung im FAZ-Vorstellungsteil macht deutlich, dass er eigentlich was anderes tut: „Unternehmensberichterstattung“. Was auch immer das bedeutet, der OOXML-Artikel liest sich für mich so, dass da jemand ein Presserelease von Microsoft auf’s allerübelste verhackstückt hat, dazu noch ein paar Gedanken eines unbedarften, ein paar Gerüchte und ein paar Heise-Troll-Behauptungen und -Formulierungen.

Lieber Carsten, ein bekannter deutscher „Comedian“ hat vor ein paar Jahren eine weise Nachricht durch den Äther geschickt und damit meine ich nicht das Appelt’sche „Ficken“, es war Dieter Nuhr, der eine elementare Lebensweisheit zu bundesweiter Bekanntheit gebracht hat, ein geflügeltes Wort:

Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal: Fresse halten!

Klingt drastisch und gemein, ist aber verdammt richtig. Man muss ja schließlich nicht mit einem zum Fachwissen antiproportionalen Mitteilungsbedürfnis auffallen.

Update: Bei Tom’s Hardware findet sich eine kleine quantitative Gegenüberstellung: ODF: 860 Seiten, OOXML: über 6500 Seiten