Königliche Hochzeit? Who cares?

Ich frage mich, warum es so toll ist, einem englischen Prinzen und einer komischen Tussi aus dem Volk am heute beim Heiraten zuzugucken. Immerhin übertragen mindestens 3 (DREI!) Fernsehsender den Kram.

GIBT ES NICHTS WICHTIGERES?

Das ist nicht unser Prinz und nicht unsere Kate, nicht unsere Queen und insgesamt nicht unser Königshaus. So eine Scheisse haben wir abgeschafft. Aus guten Gründen. Und die ganzen Royals und Kronprinz(essin)en kochen auch mit Wasser, wischen sich alle auch (vermutlich) selbst den Arsch nach dem Kacken ab und müssen genauso wie alle anderen von Bohnen mit Speck furzen wie nix.

Aber was soll’s die Hochzeit vom ewigen Kronprinz Charles und seiner Diana wurde ja auch übertragen und generell sind königliche Hochzeiten ja schwer angesagte Fernseh-Unterhaltung. Ich wüsste nur wirklich gerne warum…

Das ganze fragt sich auch Marco Evers bei Spiegel online in einem sehr lesenswerten Artikel, der sich auch damit beschäftigt, was die Hochzeit für das Individuum Kate Middelton bedeutet.

Es ist falsch, den Windsors und von Freitag an auch der reizenden Kate Middleton zu huldigen als „Eure Königliche Hoheit“ oder gar als „Eure Majestät“. Falsch, sie als etwas anderes zu sehen denn als Menschen aus Fleisch und Blut, wie du und ich.

Ich beneide keinen von ihnen, aber genau wie an dem Tag, als Bayern München den Rummenigge gefeuert und damit 15 Minuten Nachrichtenzeit belegt hat, frage ich: Gibt es nichts wichtigeres, als diese Hochzeit? Ich werde auf 3 Tage keine Nachrichten lesen können, weil alles mit der Weddingmania infiziert scheint. Ist Fukushima schon rum? Sind die Rebellen fertig mit Gaddafi?

Und ganz ehrlich, wenn ich mir das so überlege, ist „Traumhochzeit“ echt das falsche Wort für dieses „Event“.

Die Trauung von William und Kate ist in Wahrheit ein bedauerliches Schauspiel. Zwei junge Leute heiraten nicht, wie es ihnen gefällt, sondern so, wie Palast, Protokoll und Oma das verlangen. […]
Anwesend in Westminster Abbey sind manche Freunde und manche Familienmitglieder, vor allem aber sind dort Fremde und dazu Widerlinge. König Mswati, 13fach verheirateter Despot des bitterarmen Swasiland, reist mit einem Gefolge von 50 Leuten an. Auch arabische Potentaten sind geladen, manche von ihnen lassen gerade auf Demonstranten in ihren Straßen schießen. Wer will schon in solcher Gesellschaft heiraten?

Kann mir jemand Nachrichtenkanäle ohne Royalton-Dings empfehlen?

Warum ich glaube, daß Facebook in den nächsten 5 Jahren stirbt

Facebook wird vermutlich innerhalb der nächsten 5 Jahre sterben – als Opfer des eigenen Erfolgs, dem Verkaufen eines jeden „Social Graph“. Dabei wird Mark Zuckerberg sicher nicht arm werden, aber auch nicht viel reicher.

Wie komme ich auf die Idee? Facebook ist überall, jeder hat Facebook, jeder nutzt Facebook. Und da kommt der Abstieg ins Spiel. Wo jeder ist, will jeder werben, Daten haben, Fans verknüpfen. Aber geht das langfristig gut? Der Hype von Facebook zieht Werber und Marketingfuzzis, Vertriebler und PR-Menschen an wie die Scheiße die Fliegen das Licht die Motten.

Wer will noch bei Facebook bleiben, wenn alle deine Daten verkauft bzw. an jeden herausgegeben werden und Du an jeder Ecke von Verkäufern und Firmen mit Like-Buttons bedrängt wirst?

Und will man, je deutlicher das System dahinter wird, sich auf so einer Plattform weiter herumtreiben? Ich denke: nein.

Ich habe gestern auf dem Webmontag in Frankfurt die Weltpremiere von socialmemories.de gesehen und mir ist (zusammen mit Chris und Jens Grochtdreis) schlecht geworden, mal offen zu sehen und zu hören, was man so aus diesem Facebook-Ding auslesen kann. Vor allem von der Deutschen Post/DHL. Nicht gerade einer der kleinsten Datenhändler in Deutschland. Und wenn dann in den Rezensionen auch noch zu lesen ist, dass die Anwendung an SSL scheitert, dann hört der Spass auf.

Von daher kann ich nur hoffen und ich bin mir sicher, das Facebook die nächsten 5 Jahre nicht überleben wird oder zumindest starke Probleme bekommen wird und endlich dieses beschissene Generve mit Like-Buttons und Facebook-Sign-Ins aufhört.

Link-Ecke #35

Themen: Motorradfahrer – viel zu oft mit Schubladen unterwegs; Mobile Webseite oder Web-App; Innneminister-Neusprech; Software für eine Konsolenwelt; Sportwetten und Internetzensur; PDI und Behinderung; Greenpeace stellt Plan für Komplettumstellung auf alternative Energien vor; ARD und ZDF gründen „Deutsche Content Allianz“ „Link-Ecke #35“ weiterlesen

Was ich beim Firefox 4 unheimlich toll finde

Was ich beim Firefox 4 unheimlich toll finde: Die Popups. Also, die Javascript „alert()“ und „prompt()„-Popups. Die sind jetzt in den den Tabs gekapselt.

Das bedeuted: Zeigt ein Tab ein solches Popup, kann ich trotzdem zu anderen Tabs switchen. Sehr gute Entwicklung.

Lache, wenn es nicht zum weinen reicht

Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher.
– Albert Einstein (zugeschrieben)

Ich kam aus dem Urlaub wieder und freute mich. Ich freute mich, dass nach 2 Jahren die Regierung endlich offen (mehr oder weniger) dazu stand, dass die Netzsperren nicht nur wirkungslos, sondern auch gefährlicher, dummer Schwachsinn waren.

Ich fluchte über Herrn Schünemann, der wieder vom rechtsfreien Raum vom Leder zog und die einzige Birne in der FDP, die einigermaßen glaubwürdig war und blieb – Sabine Leutheusser-Schnarrenberger – als Gefahr für das eigene Land bezeichnete. Ich fluchte ein wenig, schimpfte über ihn und… lachte ihn aus.

Ich lachte über die FDP, die den Bock zum Gärtner, bzw. den Rösler zum so genannten Vizekanzler und Parteivorsitzenden gemacht hat. Als ob einem sinkenden Schiff ein Kapitän hilft, der einfach nur schneller fährt, aber genauso verleitbar ist und schon das Gesundheitswesen ruiniert hat.

Ich kam ja auch aus dem Lachen nicht mehr heraus, als ich las, dass die Atomkonzerne ihre Zahlungen in den Fond zur Förderung neuer Energien nicht mehr einzahlen (was ich eigenlich schon viel früher erwartet hätte). Ich lachte auch, weil ich am gleichen Tag Post von meinem neuen (Öko-)Stromanbieter kam, der mir mitteilte, dass ich am 1.5. von ihm Strom bekäme und von E.ON, die mir mitteilten, das sie am 1.5. die Preise erhöhen.

Kurz darauf ist mir das Lachen allerdings vergangen. Ich las, dass die Innenminister vorhaben, die Netzsperren als Instrument gegen ausländische Glücksspielseiten einzusetzen:

Um ausländische Glücksspielangebote unzugänglich zu machen, könnte die Regierung erneut Internetsperren errichten. Das geht aus einem Staatsvertragsentwurf hervor, den Datenschützer und der Chaos Computer Club veröffentlicht haben. – Golem.de, 11.04.2011

Irgendwie kam mir das extrem bekannt vor. Und da hatte ich neulich noch an einem Infostand mit einem SPDler über Netzsperren diskutiert, der mit der vollen Breitseite der CDU-Argumente kam, Urheberrechtsverletzungen in anderen Rechtssystemen (am Beispiel „Softwarecracks meiner Programme in Russland“) mit Kinderpornografie gleichsetzte um anhand einer Nichtlöschung der Cracks zu zeigen, dass auch KiPo also auch nicht gelöscht werden könne.

Die Wunschliste nach Sperrungen von Webseiten wird immer größer: Mitten in der von Bundesfamilienminister Ursula von der Leyen (CDU) entfachten und gerade wieder angefeuerten Debatte um die Blockade kinderpornographischer Inhalte im Netz sollen deutsche Internetprovider nun auch Glücksspiel-Seiten von Nutzern hierzulande fernhalten. heise.de, 01.12.2008

In diesem Sinn: Lacht, wenn es nicht zum weinen reicht. Und tut was dagegen, dass solche Idioten eine so gefährliche Zensurinfrastruktur einführen. Und das mit so billigen Argumenten. Wenn sie mit der Kinderporno-Geschichte durchgekommen wären, hätte ich meinen Hut gezogen. Aber wegen Glücksspiel?

Update: der Spiegel hat auch einen schönen Artikel dazu.

3 Frameworks für das mobile Web – Der Mobile Framework-Battle

Anlässlich meiner intensiven Beschäftigung mit mobiler Webentwicklung habe ich mich mal mit den bekanntesten Frameworks für mobiles Web auseinandergesetzt.

Der objektive Teil

Sencha jQuery Mobile jQTouch
Basis Ext.js jQuery jQuery
Größe
  • 200Kb JS
  • ca. 300kb CSS
  • 45Kb JS
  • 82Kb jQuery 1.5
  • 40Kb CSS
  • 35Kb JS
  • 82Kb jQuery 1.5
  • 23Kb CSS
Plattformen iPhone/iPad/iPod,
Android,
Blackberry 6
iPhone/iPad/iPod,
Android,
Symbian und viele mehr in definierten Abstufungen
„iPhone,
iPod Touch, and other forward-thinking devices“
Webseite www.sencha.com www.jquerymobile.com www.jqtouch.com

Im folgenden eine genauere Beschreibung der Frameworks:

„3 Frameworks für das mobile Web – Der Mobile Framework-Battle“ weiterlesen

Funkstille: 3 Tage Rothenburg ob der Tauber

Ich war mal weg. Halbwegs spontan 3 Tage mit der Freundin nach Rothenburg ob der Tauber. Ohne Notebook, nur mit dem Smartphone und selbst das kam eher wenig zum Einsatz, meist für Navigationsdinge.

Es hat gut getan, wir waren 10 Stunden am Tag auf den Beinen und haben die Stadt erkundet, viele schöne Bilder gemacht, einfach mal abgeschaltet. Bei der Nachtwächterwanderung ein nettes älteres Ehepaar kennengelernt und mit ihnen im ältesten Haus von Rothenburg Wein getrunken.

20 Jahre Linux!

20 Jahre gibt es Linux mittlerweile. 4 Jahre davon habe ich aus der Sicht eines Linux-Anwenders erlebt, und ich bin froh, dass ich vor 4 Jahren ohne größeres Zögern auf Ubuntu umgestiegen bin.

Ich habe den Umstieg seit dem nur in sehr seltenen Momenten bereut und diese waren eigentlich immer anderen Umständen und Verursachern geschuldet. Ich habe seitdem 5 Menschen erfolgreich überzeugen können, auf Linux zu wechseln bzw. überhaupt erst Linux einzusetzen. Ich bin davon überzeugt, dass keinem der Wechsel sonderlich schwer gefallen ist. Zumindest hat sich keiner bisher größer beschwert.

(via)