Backscatter – Man wird alt wie ’ne Kuh

… und lernt immer noch was dazu.

Thema der letzten Tage: Postfix. Am Wochenende (Sonntag) schaute ich mal in mein Munin, um zu gucken, ob der Server noch läuft und war über die Postfix-Grafik etwas verwundert:

Nun, sagen wir mal so: Bis auf die 2 pinken Peaks, die beim Test von Abusenet und einer anderen Seite entstanden sind, habe ich von dem Traffic kaum etwas verursacht. Nun weiß ich, was es war, ich zweifelte erst an meiner SASL-Authentifizierung. Aber im Grunde war der Auslöser für den „delivered“-Traffic keine einzige normal gesendete Nachricht.

Das Zauberwort an dieser Stelle nennt sich „backscatter“ und war mir bisher kein bewusster Begriff, wenngleich ich vermute, dass mein GMX-Konto auch einer solchen Attacke zum Opfer gefallen ist.

Nun habe ich mit dem Tutorial von Alex Langer mal einen backscatter-Filter gegen die Russenmails, die Uhren verkaufen wollen, eingebaut, mal sehen ob das hilft. Ansonsten muss ich mich mal weiter kundig machen, ob man die „User not recognized“-Mails nicht irgendwie komplett abschalten kann. Ist zwar nicht die feine englische Art, aber mir lieber, als das andere zugespammt werden.

Wenn Postfix also einfach ist, dann will ich never ever einen komplizierten Mailserver aufsetzen müssen…

80er gegen 00er

Die Entwicklung der Gesellschaft lässt sich ganz deutlich an der Antwort auf folgende Frage messen:

„Wenn etwas in der Nachbarschaft komisch ist, wen wirst du anrufen?“

[An dieser Stelle sollte ein Video mit dem Ghostbusters-Theme erscheinen, aber Sony und UMG wollen das nicht. Das Video ist in meinem beschissenen Land verfickt nochmal nicht verfügbar.]

In den 80ern war die Antwort: „Ghostbusters. Heute ist die Antwort „Polizei“, „Ordnungsamt“ oder „Ausländerbehörde“.

4 Gründe, warum WikiLeaks notwendig ist

4. WikiLeaks behebt das Ungleichgewicht der Informationsverteilung

Demokratie lebt von mündigen Bürgern. Das Vorenthalten von Informationen führt zu weniger mündigen Bürgern, die ihre Entscheidung(en) am Wahltag auf weniger Information stellen können. Allerdings sammeln Staaten in dem gleichen Maß, in dem sie versuchen, Informationen vor den Bürgern zu verstecken, Informationen über die Bürger. Wenn also WikiLeaks Informationen über die Staaten (wie in Deutschland die TollCollect-Verträge) leakt, dann kann uns als Bürger das nur Recht sein. Die Regierung sollte für das Volk arbeiten, nicht dagegen.

3. WikiLeaks zeigt die Gefahren von Datensammlungen

Datenbank CC-BY-NC-SA von flickr.com/photos/adesigna/

Ein Datum ist am sichersten vor Veröffentlichung, wenn es nicht gespeichert wird. Am zweitsichersten ist eine Veröffentlichung in Papierform.

Generell ist eine Speicherung von zu vielen Daten in Digitaler Form weder wünschenswert, noch sonderlich intelligent.

Im Fall der USA-Depeschen hatten darüber hinaus noch mehr Menschen als nötig auf die (meist unnötig) als geheim eingestuften Dokumente.

2. WikiLeaks sorgt für Druck auf die Medien

DruckerpresseBild: CC-BY-ND Ralf Roletschek

Die heutigen Medien stehen teilweise sehr unter einem Zwang, bestimmten Politikern / Parteien / Institutionen nach dem Mund zu reden. Wer sich unbeliebt macht, bekommt keine (Exklusiv-) Inhalte mehr. WikiLeaks veröffentlicht aber auch (und vor allem) unbequeme Dokumente. Das zwingt Medien dazu, mindestens darüber zu berichten.

1. WikiLeaks schafft Transparenz

CC-BY www.flickr.com/photos/fotoserra/

Transparenz ist nichts wertendes. Transparenz bedeutet für mich, dass Entscheidungen und Handlungen eines Staates nachvollziehbar sind. Mehr nicht. Nicht besser, nicht schlechter, einfach nur objektiv bewertbar.

Und sobald Entscheidungen gesichert transparent und objektiv bewertbar sind, kann man Sie als Grundlage für die Entscheidung in der Wahlkabine benutzen.

Fertig.

Vielleicht hat es der eine oder andere gestern mitbekommen: Mein Umzug auf den eigenen Server ist abgeschlossen. Dieses Blog läuft jetzt auf einem von mir betriebenen Debian-Lenny-vServer bei netcup. Damit hat sich für mich jetzt nicht unbedingt ein Traum erfüllt, aber ich denke, die Arbeit hat sich gelohnt.

Ich bin in Zukunft deutlich freier, was die Installationen angeht, kann meine Dinge per git und svn aktuell halten, was will man mehr?

Die Einrichtung des Servers hat sich bei mir so nach und nach über einen Monat verteilt, der eigentliche Umzug der „Nutzdaten“ Blogs und Wiki war relativ easy und in einer halben Stunde erledigt. Lediglich das Nutzen von Imagemagick im DokuWiki hat sich etwas schwierig gestaltet, was aber an meiner etwas zu sicheren PHP-Konfig lag.

Was ich da so im einzelnen zusammengebaut habe, gibts hier demnächst auch nochmal etwas aufgedröselter Form zu lesen.

Mützenvergesser

Im Bus einschlafen / vor-sich-hin-dösen mit der Mütze auf dem Knie ist ungünstig.

Überhastet aufstehen und aus dem Bus rennen, und dabei die Mütze in den Wasser/Dreck-Matsch auf dem Boden fallen lassen: noch ungünstiger.

Das ganze mit der Mütze erst draußen zu merken, wenn der Bus schon weitergefahren ist: superblöd.

Link-Ecke #25

Themen: Schummelei im Amerikanischen Schulsystem; Die ultimative Ansage an alle Datenschützer; „Scheiß Internet“-Preis verliehen; Creative Commons Wirbel um Houellebecq; 17 Fragen zum JMStV, Bundestag im Lila-Laune-Land verschollen?

„Link-Ecke #25“ weiterlesen

JMStV-JS-Popup

Ich hatte da „neulich(tm)“ mal ein keines JS geschrieben anlässlich der Diskussion um den JMStV geschrieben. Das Plugin wird bei Github.com gehostet und darf sehr gerne geforkt und weiterentwicklelt werden.

Und bevor jemand fragt: Ja, ich mache normalerweise sowas mit jQuery, aber ich wollte ein Skript, das geringstmöglichen Gesamtfootprint hat und mit Copy und Paste ohne weitere Abhängigkeiten funktioniert.