Spamwellenverschiebung

Nachdem die Kontaktanfragen von jungen Russinen bei ICQ deutlich abgenommen haben, wird mein Blog von Kommentaren aus eindeutiger Spammer-Ecke beschossen. Interessanterweise kommen die Kommentare überwiegend aus China und USA und scheinen entweder manuell eingetragen zu werden, oder man hat AntiSpam Bee überlistet.

Was davon besser ist, weiss ich nicht, nur, dass ich meine Spam-Wörter-Blacklist etwas erweitert habe…

Usability-„Studie“ Android vs. iOS

Ich habe ja derzeit die Notwendigkeit, iOS auf dem iPad und iPhone, als auch Android zu bedienen, um eine mobile Webseite zu entwickeln.

Dabei stelle ich fest, dass das iOS 3 ziemlich unbedienbarer Scheiss ist und auch Version 4 zwar besser, aber teilweise immer noch bescheiden ist.

Allem voran ist die universelle „Zurück-Taste“, die fehlt, ist ein verdammtes Hindernis. Stellt euch folgendes Szenario vor: Ihr klickt tappt auf einen E-Mail-Link in einer Webseite. Sehr angenehm: Das Telefon weiss sofort, welche Anwendung geöffnet werden muss (im Falle mehrer Möglichkeiten, wenn kein Standard definiert ist, fragt Android nach).

Ihr entscheidet euch, die Mail doch nicht zu senden und wollt auf der Seite weitersurfen.

Schritt iOS 3 iOS 4 Android
1 Abbrechen klicken Home-Button doppelklicken Zurück-Button drücken
2 Home-Button drücken Safari auswählen
3 Safari wieder öffnen

Das gleiche gilt, wenn man z.B. eine Web-App-Verknüpfung hat, in der ein Link den Safari öffnet. Oder wenn man eine Seite aus einem Feedreader öffnet. Da ist so ein Zurück-Button schon immens praktisch, oder etwa nicht?

Design, Design, was soll’n des sein? Funktionales Design sieht anders aus, zumindest ist das meine Meinung. Dazu kommt die fehlende Accessibility durch nicht mehr festgelegte wichtige Bedienelemente. (Siehe auch in der Link-Ecke #30, „Remnants of a Disappearing UI“).

Design ist dann fertig, wenn man nichts mehr wegnehmen kann, ohne wichtige Dinge wegzulassen.

Usability von Smartphone-Aktivierungen

Ich habe heute versucht ein Palm Pre ohne SIM-Karte zu aktivieren. Bisher dachte ich, nur Apple baut so beknackte Aktivierungsprozesse. Aber der von Palm ist ja noch bescheidener.

Bei Apple reicht ein Rechner, eine SIM und das Phone. Bei Palm brauche ich zwar keinen Rechner, muss aber, bevor das Handy überhaupt angeht, einen Palm-Account erstellen. Und das alles über die Mobilfunk-Verbindung. Was ein Scheiss.

Da lobe ich mir mein Desire HD. Keine Aktivierung nötig, Handy anschalten, Google Account verbinden (oder auch nicht), Daten von alten Phones können per Bluetooth automatisiert übernommen werden. Von meinem E71 wurden so Kontakte, Termine und SMS übernommen.

Was die anderen Telefone angeht, die ich derzeit zum Test auf dem Tisch habe, kenne ich deren Aktivierungs- bzw. Inbetriebnahmeprozedur nicht, das Nokia N8, den Blackberry Storm 2 und das Dell Streak hat der Azubi eingerichtet. Aber bei dem Dell auch ein Android) und dem Nokia kann ich mir nicht vorstellen, dass die Prozedur sonderlich schwerer ist, als bei dem Desire HD.

Hier gibts für die Zukunft also jede Menge Verbesserungspotential. Immerhin sagt man beim Menschen, dass die ersten Sekunden entscheidend sind. Ich sehe das bei den Mobilgeräten ähnlich. Und das erste Date ist hier echt nicht sexy.

Sind informierte Politiker nicht erwünscht, Herr Schober?

Herr Schobers Trauer und sein Engagement für das Aktionsbündnisses Amoklauf Winnenden kann ich verstehen, allerdings nicht, dass es einem Elternteil eines Opfers nicht daran gelegen ist, informierte Politiker zu haben.

Empört reagiert hatte auch Hardy Schober, Sprecher des „Aktionsbündnisses Amoklauf Winnenden“ und Vater eines Opfers. „Ich fühle mich von Politikern verhöhnt, die bei einer Party gegeneinander antreten, um zu lernen, wie man virtuell tötet“, monierte er. „Dass wir Shooter dabei haben, ist notwendig“, hielt Bär dem entgegen. „Ansonsten würde man sich unglaubwürdig machen“, da nicht die ganze Bandbreite abgedeckt sei. heise.de – Bundeszocker haben etwas Spaß am Gerät

Tut mir leid Herr Schober, aber an dieser Stelle endet mein Verständis für ihr Verhalten. Ich kann verstehen, dass Sie die so genannten Killerspiele schlecht finden, auch wenn es relativ sicher ist, dass die Spiele bisher eigentlich nie den Auslöser von so genannten Amokläufen/Mordläufen waren, sondern lediglich das schlussendliche Ventil. Die Hintergründe variieren, haben aber meistens einen gesellschaftlichen Hintergrund (Außenseiter, „Systemversager“ im Schulbetrieb).

Trotzdem kann ich ihre Aversion gegen diese Spiele verstehen. Auch wenn der Täter die Opfer nicht mit einer Computermaus oder einem Monitor erschlagen hat, sondern mit einer echten Waffe eines Schützenvereinsmitglieds.

Aber bevor sie versuchen, der Politik aufzuzeigen, das Schützenvereine verboten werden sollten, wollen sie, dass Politiker sich nicht einmal angucken dürfen, was sie ihrer Meinung nach verbieten sollen. Haben Sie etwa Angst, dass die Politiker erkennen, dass die Spiele eher kein Auslöser sind?

Und die Umdeutung von „spielen“ zu „virtuell töten üben“ ist in sofern Unsinn, als dass ja nicht nur Ballerspiele gespielt wurden, als auch Aufbau- und Sportspiele. Zusätzlich beklagen sich seit ein paar Jahren die Militärs, dass die Rekruten durch die „Ballerspiele“ aufwändig „umgeschult“ werden müssen, damit sie mit echten Waffen umgehen können.

Haben Sie etwa Angst, sie müssten sich mir den echten Hintergründen für solche Taten auseinandersetzen?

Ein paar Irrtümer über „Schützenspiele“ hat das das Blog Zaaltag auch schon 2009 zusammengestellt.