Der Film vom eigenen Leben, kurz bevor man stirbt

Treppe.
"Treppe" CC-BY Von Robert Agthe

Man hört ja im Film und in Geschichten immer von dem Moment kurz bevor man stirbt, oder zumindest in einer Situation steht, in der man möglicherweise in Sekundenbruchteilen draufgeht.

Ich hatte neulich diesen Moment, in dem man angeblich sein komplettes Leben an sich vorbeiziehen sieht, beziehungsweise: ich hätte ihn neulich haben müssen. Ich kann das allerdings nicht bestätigen, ich hatte in diesem Moment eigentlich nichts besonderes im Sinn, ich war zu sehr damit beschäftigt, mich zu koordinieren um den drohenden Abflug zu verhindern.

Verhindern wollte ich eigentlich nur: Über den Lenker fliegen, an der Brüstung vor mir hängenzubleiben oder auf den Parkplatz vor mir zu fliegen und mir im besten Fall nur das Gesicht und die Vorderseite abzureiben.

Gedacht habe ich:

FuckOhFuckOhFuckOhFuckOhFuckOhFuckOhFuckOhFuckOhFuck. Ich muss bremsen. Das wird häßlich, verdammt noch mal häßlich. Das Fahrrad ist im Arsch, ich bin im Arsch. OhFuckOhFuckOhFuckOhFuckOhFuckOhFuckOhFuckOhFuck.

Oder so ähnlich jedenfalls. Auf jeden Fall ist nichts weiter an mir vorbeigezogen außer der Treppe unter mir. Diese ist es dafür auf jeden Fall in einer rasenden Geschwindigkeit, also deutlich schneller als eigentlich geplant. Aber die Treppe unter mir sah vorher von oben auch flacher aus als hinterher von unten.

Lebensmüde bin ich nämlich eigentlich eher nicht so.

Piwik 1.5 released

Nachdem ich Piwik 1.5 seit dem RC5 eingesetzt habe um ein bisschen Bugtracking zu betreiben und mir die neuen Graphen ohne Flash anzusehen, weil das hier stellenweise wirklich kein Spass war, ist vorgestern die 1.5 Final released worden.

Ich freue mich, mit dem Android App RC und den Piwik RCs ein bisschen Testing und Bugreporting geleistet zu haben und das Projekt damit ein Stückchen schneller weiter gebracht zu haben. Und irgendwie fühlt man sich dem Projekt gleich ein gutes Stück verbundener.

Die wichtigsten Neuerungen in 1.5 gegenüber 1.4:

  • Ecommerce Analytics
  • Custom Variables for each page view
  • Graphs in Canvas+Jquery – no more Flash graphs!
  • Upload your Custom Logo
  • IP Anonymization available in the Privacy Settings
  • Automatically Delete old logs to keep database size small
  • Security bug fix affecting only minority of users when Piwik is open to anonymous (see below)

Projekt: Energydrinks

Ich möchte an dieser Stelle gerne etwas über mein Projekt, eine Sammlung von Energydrinks, ihren Daten, Zutatenlisten, Packungsdesigns.

Derzeit befinden sich in dem Wiki 33 Bilder und 43 Drinks (Kaffee mitgerechnet) mit Daten, die meisten davon auch mit Bildern, leider nicht alle, bei einigen Drinks gibt es durchaus mehrere Bilder (von den verschieden Varianten), allerdings freue ich mich immer über neue Drinks und Bezugsquellen.

Einen Hinweis darüber welche Drinks noch fehlen, findet sich auf der Startseite des Energydrink-Bereichs. Die blauen sind angelegte Seiten, die roten sind Energydrinks von denen ich nichts anderes als den Namen irgendwo gesehen habe. Zur Mitarbeit ist eine kleine Registrierung mit Namen und Email-Adresse nötig, die Daten werden ausserhalb des Projekts nicht verwendet.

Alle unsere Affen…

Als ich gerade mal wieder in der Warteschleife von E.OFF hing, habe ich mir folgendes überlegt:

Wenn ich mal in die Verlegenheit kommen sollte, eine eigene Firma zu haben, die ein Callcenter braucht, dann wünsche ich mir, die Eier zu haben, folgenden Spruch in der Warteschleife ansagen zu lassen:

Alle unsere Affen im Callcenter sind leider mit Bananenschälen beschäftigt. Der nächste hirnlose Volldepp wird ihnen die Leitung zusabbern.

Das könnte die Kundenzufriedenheit deutlich in die Höhe treiben. Denken tut sich doch eh jeder sowas. Und wenn man danach die Callcenter-Agentin sich anhört wie Cindy aus Marzahn, verfliegt plötzlich jeder Ärger und man muss lachen.

Zumindest mir ginge es so. Euch nicht?

Creative Commons Lizenzen verstehen und nutzen

Ich benutze ja Piwik und führe ansonsten keine Accesslogs auf dem Server, sondern nur Errorlogs. Erstaunlicherweise fand ich neulich in besagtem Piwik einen Eintrag in den Referrern zum Wiki, der mich etwas stutzig machte, nämlich „vi.ebaydesc.de“. Kurze Recherche: die Domain gehört zu ebay, sie hostet die Artikelbeschreibungen.

Schneekoppe START
Schneekoppe START

Ich fand auch die verweisende URL. Eine laufende Auktion über eine Palette Schneekoppe Start Energy Drink. Genau. Energydrinks. Warum verweist der auf meine Seite, dachte ich. Die Antwort war relativ simpel – der Verkäufer war mit Copy & Paste über die Seite des Schneekoppe-Drinks gegrast. Inklusive Links (auf das Bild im Wiki) und Image-Src, die auf meinen Server zeigt.

Prinzipiell stört mich ja nicht, wenn meine Inhalte auch anderweitig verwertet werden, daher habe ich mich für die CC-BY-NC-SA-Lizenz entschieden, aber es gibt Grenzen. Ich habe mir eigentlich nur 2 Dinge vorbehalten:

  1. Kommerzielle Verwendung
  2. Weitergabe muss unter gleichen Bedingungen erfolgen (keine Änderung der Lizenz)

Das heisst im Prinzip darf man das Bild für alles verwenden, außer für kommerzielle Zwecke. Was das im Fall von Werbung auf Blogs oder Flattr-Buttons heisst, mag jemand anderes durchdefinieren, ein Verkauf bei ebay fällt definitv nicht mehr unter „nicht kommerziell“.

Und Hotlinking muss ja auch nicht sein. Das ist nämlich für beide Seiten doof: Den gehotlinkten, weil es ihn Bandbreite und Traffic kostet, und den Hotlinker, weil jemand anders die Kontrolle darüber hat, was ihm letztendlich wirklich angezeigt wird.

Das wusste der Hotlinker aber scheinbar nicht. Weshalb auf der Ebay-Seite ganz plötzlich anstelle der von mir fotografierten Energydrinks plötzlich ein Hornzipfelchen-Penis-Bild mit dem Hinweis auf den Content-Klau prangte.

Lizenzen nicht verstehen ist ja vielleicht noch nachvollziehbar. Allerdings sollte man, wenn man Content klauen will, wenigstens das Internet verstanden haben.

Fedora 15 / Gnome 3

Ich werde hier weniger auf Fedora und die Unterschiede zu Ubuntu eingehen, als eher auf den Desktop. Der ist unter Fedora ein brandaktuelles Gnome 3 mit wenig Anpassungen.

Fedora 15 mit Gnome 3

Gnome 3 wollte ich auf dem Desktop-Rechner testen, was sich als ziemlich gute Idee herausstellen sollte. Denn Gnome 3 ist eins: groß. Ich rede nicht von Plattenplatz, sondern von Display-Fläche. Die Leisten sind größer als bei Windows XP seinerseits und die empfand ich schon als so riesig, dass das das erste, was ich nach jeder Neuinstallation machte, eine Änderung der Fensterleisten war.

Aber zurück zu Gnome. Schick. Ja, das ist der Desktop. Aufgeräumt auch. Wohl auch deswegen, weil man keine Symbole mehr auf den Desktop legen kann. Ein Trend, der mir missfällt. Ebenso gibts eine Übersicht über geöffnete Fenster quasi nicht. Erst ein Bewegen des Mauszeigers auf den Aktivitäten-Button (oder das drücken der Windows-Taste) öffnet eine Liste der Fenster. Ein weiterer Klick oder ein Druck auf ESC oder die Windowstaste schließt das Aktivitäten-Menü.

Die Anwendungsliste ist versteckt, ebenso die virtuellen Desktops. Ich bin sicher nicht unerfahren, aber mir ist das zu versteckt gewesen, als das man es intuitiv finden könnte. Auf meinem 1920x1200er Desktop ist außerdem das Suchfeld sehr weit rechts, während ich links fokussiert anfange zu tippen (weil dort der Launcher ist, den ich anklicken /mit dem Mauszeiger berühren musste).

Anpassungen ans Design gibts erst mit dem Gnome-Tweak-Tool, jede Kleinigkeit in der Oberflächenindividualisierung wird hier mit harten Bandagen verteidigt. Potential hat das Ganze, in sich wirkt das Konzept stimmig, von einem vielseitigen Desktop wie es Gnome 2 mal war, ist man aktuell meiner Meinung nach noch zu weit entfernt.

Der Hardware-Fallback-Mode (ein kastriertes Gnome-2-artiges Panel) ist übrigens sehr hübsch versteckt unter „Systeminfo“. Da hat Win7 wohl bei mehr als nur bei den Fenster-Snappings Pate gestanden.

Insgesamt ist es meiner Meinung nach zu früh, Gnome 3 produktiv einzusetzen. Technical Preview könnte man das gerne nennen…

Fedora 15 / Xfce

Fedora Xfce Spin

Fedora 15 mit Xfce-Desktop

Der Fedora Xfce-Spin macht auf mich einen unausgegoreneren Eindruck als Crunchbang Xfce. Vielleicht mag das insgesamt auch nicht stimmen, die Menü-Konfigurationen sind etwas Gnome-ähnlicher gestaltet und genrell scheint es, als versuchte man hier, Gnome 2 möglichst nahe zu kommen.

Es gibt hier immerhin ein Add/Remove Software-Menü, aber grundsätzlich ist hier in der Grundeinstellung bei der Live-CD einiges unschön. Die Maus- bzw. Touchpad-Einstellungen sind nicht durchdacht. Kein „Tap to click“, das Seitenscrolling nicht an, die Tastatureinstellungen muss ich im Settings-Menü suchen. Klar, nach einer Installation braucht man sowas nicht mehr, aber so eine Live-CD gucken auch Nicht-US-Keyboardler an. Immerhin geht der Helligkeitsregler über Funktionstasten.

Also gut:

Geschwindigkeit

Angemessen auf dem Netbook.

Komfort (auf dem Netbook)

Als Gnomeuser zurechtfindbar, familienfreundlich kann man schon gelten lassen.

Wenn’s ans Geld geht – Spaßkasse!

Spaßkasse

Da flattert mir die Tage doch tatsächlich ein Schreiben der Sparkasse ins Haus. Ich bin seit ca. 20 Jahren Sparkassenkunde. Seit dem Schreiben bin ich Sparkassen-Kunde im Futur II. Ich hatte damals bei der Sparkasse ein Starter-Konto abgeschlossen, das für Menschen unter 30 kostenlos ist.

Das wurde in der Zwischenzeit geändert und gilt nur noch für Menschen unter 30 die Zivi, Student oder Azubi sind. Darüber hinaus teilt mir der Brief mit, dass ich, wenn ich nicht wiederspreche, den im Unterhalt teuersten Kontotyp zugeteilt bekomme, der mich monatlich 7,50€ kosten soll.

Hier schießt die Sparkasse meines Erachtens dann doch deutlich über ihren Geschäftszweck hinaus:

Eine Sparkasse ist ein Kreditinstitut. Sparkassen haben die Aufgabe, der Bevölkerung Möglichkeiten zur sicheren und verzinslichen Geldanlage zu bieten und die örtlichen Kreditbedürfnisse zu befriedigen. Die Erzielung von Gewinnen ist hierbei nicht der Hauptzweck des Geschäftsbetriebes.

Ihr könnt mir nicht erzählen, dass bei den Millionen von Kunden in den Sparkassen, der Unterhalt eines einzelnen Kontos auch nur Ansatzweise die Kosten verursacht, die da abgerufen werden.

Die Sparkasse hat in den letzten Jahren sämtliche Familienmitglieder mit Telefon-„Beratungsgesprächen“, Werbeschreiben und Angeboten zu Versicherungen drangsaliert. Dazu gab es ständig wechselnden Berater (die Berater in der Vergangenheit waren darüber hinaus teilweise extrem arrogant und überheblich). Mit dem Abschluss eines Fond-Sparvertrages ohne Wissen meiner Schwester (sie hat sich darüber hinaus explizit gegen Fond-Anlagen gewehrt) und einer Kündigung der PS-Lose meiner Mutter ohne ihr Wissen hat das System Sparkasse dann die Linie endgültig übertreten.

Jetzt, wo ich endlich einen Berater bei der Sparkasse, der mich beraten (und nicht seine Provisionen beobachtet) hat und dem ich einigermaßen vertraut habe. Und dann kommt auch noch dieser Hammer, der mich direkt betrifft und den ich überaus unverschämt finde. Aber ich habe ja noch eine Rettung: Die Sparkasse bietet das Girokonto kostenlos an, wenn durchschnittlich 2500€ auf dem Konto liegen.

Das ist, mit Verlaub ein Witz:

Betrag Kostenersparnis bei der Sparkasse Entgangene
Zinseinnahmen 1,5%
Entgangene
Zinseinnahmen 2%
2500€ 3,50€ * 12 = 36€ 37,5€ 50,0€
-1,5€ -14€

Das ich hier draufzahle ist fast überflüssig zu erwähnen: Wenn ich die 2500€ bei einem durchschnittlichen Tagesgeldkonto liegen hätte, bekomme ich dort in der Regel mehr Zinsen, als ich bei der Sparkasse zahlen müsste. Außer natürlich bei der Sparkasse, da gibts 0,5% auf’s Tagesgeld (das wären 12,50€ und somit ein Gewinn von +12,50€).

Nein, ich glaube so schnell sieht mich die Sparkasse nicht wieder, wenn ich da demnächst weg bin. Ich hoffe nur, dass viele nun genau den gleichen Schritt gehen werden.