Jabber – Es kommt Bewegung auf…

Mein Posting über Jabber, ICQ und offene Kommunikationsstandards hat einige Reaktion bei mir ausgelöst und den einen oder anderen Beitrag auf anderen Blogs initiiert, was mich persönlich beruhigt und freut.

Zero ist dabei, ein kleines Klick-Tutorial für Neulinge zu bauen und braucht dabei Hilfe. In der Firma habe ich einen Openfire-Server aufgesetzt, einer meiner Freunde setzt im Kontakt mit mir auf Jabber, was, da er Pidgin hat, kein Problem für seine ICQ-Kontaktliste darstellt.

Es bleibt also spannend.

Links

Jabber im Praxis-Einsatz bei United Internet

Nach den Argumenten, warum man Jabber/XMPP anstelle von anderen Instant-Messaging-Protokollen nutzen sollte, hatte ich ja schonmal ausgeführt. Jetzt kommt das große wie.

Wie bereits schon im vorherigen Artikel zum Thema beschrieben, haben alle Nutzer von United Internet einen XMPP-Account. Nutzer von GMX ebenso wie Nutzer von web.de, und auch alle 1und1 Email-Adressen sind Jabber-Accounts (das mit den 1und1-Adressen habe ich grade ausprobiert)

Im übrigen sagt mir PSIs Service Discovery bei 1und1, dass Transports für AIM, ICQ, MSN und Yahoo vorhanden sind. Das gleiche dürfte für GMX und web.de ebenso gelten, da auch diese beiden einen „Multi-Messenger“ anbieten, der auch die 4 proprietären Protokolle anbietet. Ich nehme an, dass hier diese Anbindung über deren Transports geht.

Los geht’s

Wer einen Multi-Protokoll-Client wie Pidgin, AdiumX, Trillian oder Miranda nutzt, hat schon die halbe Miete. Wer den Original-ICQ-Client nutzt, sollte generell lieber auf einen anderen Client umsteigen, damit fallen zwar die Spiele weg, die man mit manch anderem ICQ-Nutzer spielen kann, aber auch jede Menge Werbung und ein beschissenes Interface.

Das mit dem Interface gilt übrigens mindestens für ICQ und den Windows-Live-Messenger. Bei AIM und YIM kann ich das eigengestrickte Interface nur vorstellen.

Die United Internet Multimessenger habe ich mir noch nicht angeschaut, zumindest auf den Screenshots sehen die Clients – abgesehen vom Branding und einem „xyz Suche powerded by Google“-Feld – werbefrei aus.

Im übringen soll das hier keine Werbeveranstaltung werden und ich bekomme auch kein Geld dafür. Wer also mehr Infos zu den Clients da haben will, darf sich gerne auf deren Seiten informieren. Außerdem habe ich ein Linux-System und gehe deswegen explizit von Linux- und Cross-Plattform-Clients aus.

Pidgin

Man klickt auf Konten → Konten verwalten → Hinzufügen…

  1. Gibt man unter Username den ersten Teil der Email-Adresse ein (vor dem @), bei mir wäre das „campino2k“
  2. Danach gibt man seinen zweiten Teil der Email-Adresse ein (nach dem @), das wäre bei mir „gmx.net“
  3. Resource kann benutzt werden, mitzuteilen wo der Client benutzt wird, z.B. kann man dort „Arbeit“ oder „Notebook“ reinschreiben, muss man aber auch nicht.
  4. Das Passwort von dem Email-Anbieter eingeben, bei mir wäre das: „********“ (Ihr habt doch nicht gedacht, ich verrate hier mein Passwort…)
  5. Fertig. Speichern und schon verbindet Pidgin sich mit dem United-Internet-Account.

Psi

Bei Psi ist es genauso einfach:

Man klickt auf Allgemein → Benutzerkonten → Hinzufügen

  1. Man gibt dem Konto einen Namen, z.B. GMX-Chat.
  2. Man gibt die komplette Jabber-ID ein.
  3. Man gibt das Passwort ein.
  4. Man setzt den Haken „Beim Start automatisch verbinden“
  5. Fertig.

ICQ, Jabber und Google, und was das mit offenen Kommunikationsstandards zu tun hat

Ich habe eine 8-stellige ICQ-Nummer. Ich bin also schon eine Weile dabei. Im Gegensatz zu manch anderen ist das mein erster und einziger Account, soweit ich mich erinnern kann. Ich frage mich ja manchmal, seit wann ich Internet habe, denn in etwa so lange habe ich auch diesen Account.

„Ah-Ooohh.“

Ich hatte ICQ, weil es so geil war, so schnell, so toll, so bunt. Die Welt war bunt, und ich konnte mit meinen Freunden Chatten und Dateien tauschen.

Dann kam die Werbung. ICQ wurde werbeverseucht und wir tauschen untereinander, die neuen, werbefrei-Patches für ICQ und schickten Ketten-Nachrichten herum, dass ICQ kostenlos bleiben sollte, dass man blaue ICQ-Blumen wollte und was weiss ich. Es war die Zeit, zu der AOL in Deutschland noch CDs verteilte. 6.0 glaube ich, war es damals.

Ich habe immer noch einen von 2 MSN-Accounts. Die hatte ich weil einige meiner Freunde zu doof oder faul waren, sich ICQ runterzuladen. Und weil meine Cousine das hat. Den einen mit der Hotmail-Adresse habe ich nicht mehr, ich kam da irgendwie nicht mehr rein und/oder hatte mein Passwort vergessen.

Ich habe einen AIM-Account. Naja, ich hatte auch Freunde bei AOL. Eine meiner Ex-Freundinnen und ihre Schwester hatten/haben AIM. Und einer meiner damals besten Schulkumpels.

Ich habe 3 XMPP/Jabber-Accounts. Die sind alle relativ neu. Google Talk war der erste. Google Talk war geil, weil es einen Open Source Standard nutzte. Google Talk loggt die Hölle. Und trotzdem hat sich Google Talk in meiner Firma – und ich bin mir sicher, in vielen anderen Firmen auch – als Kommunikationsstandard etabliert. Mein Versuch, vor über einem Jahr, die Leute dazu zu bringen, einen eigenen Jabber-Server aufzusetzen, hat leider nicht gefruchtet. Dadurch, dass unser Azubi das Thema aus Langeweile aufgegriffen hat, besteht immerhin eine Chance, es in diesem Jahr umgesetzt zu bekommen. Endlich. Dann kann ich endlich die ganzen nicht-privaten und firmen-extenen Kontakte aus meiner Firmenliste schmeissen, so dass ich, wenn ich mich in der Firma auslogge, nicht auch die ganzen Firmenkontakte in meiner Freizeit rumschleppe, sondern dies bewusst steuern kann.

Außerdem kann ich nur jedem davon abraten, in Zukunft ICQ neu zu installieren oder einen Account da zu beantragen. United Internet bietet mit dem Web.de und dem GMX-Multimessenger zwei XMPP-basierte Chatsysteme an, d.h. jede GMX und Web.de-Adresse ist auch eine Jabber-ID, was einiges schick einfach macht, ebenso bei Google Talk.

Darüber hinaus ist Jabber deutlich überlegen, was die vielfältigkeit der Kommunikation in Bezug auf Multiuser-Chats angeht. Wenn irgendeine Technik irgendwann mal das Zeug haben sollte, das gute alte IRC zu ersetzen, dann XMPP.

Darüber hinaus ist ein eigener Server schnell aufgesetzt, ganz ohne komische Lizenzbedingungen und Datenspeicherung bei Google (außer man chattet mit einem Google Talk User, der alles speichert).

Insgesamt ist meine Empfehlung, die ICQs und AIMs der Welt endlich zu verbannen und auf XMPP/Jabber umzusteigen. Das Problem an der ganzen Geschichte ist das gleiche, das ICQ erst groß gemacht hat: man nutzt das, was die Freunde nutzen. Und wenn die aus Trägheit, Faulheit oder Ignoranz nicht mitmachen steht man entweder alleine da, oder man macht weiter wie bisher…

Immerhin hatte ich seit meinen ersten Tagen mit mehreren IM-Netzen einen Multimessenger, so dass ich wenigstens nicht 5 Programme brauchte. Ich habe mit Trillian 2 angefangen, dann bin ich auf Miranda umgestiegen, weil mir Trillian 3 zu viel Ressourcen brauchte und mit dem Wechsel auf Linux auf Pidgin – auch auf den Windows-Rechnern. Mittlerweile nutze ich ja hauptsächlich irssi und bitlbee, und für die Jabber-Accounts wahlweise Pidgin, oder, was ich neu für mich entdeckt habe, den reinen Jabber-Client Psi.

Update: Google Wave hat das Google Wave-Protokoll übrigens auch auf der Basis von XMPP geschrieben. Und die Server-zu-Server Synchronisierung von Status.net-Installationen läuft auch via XMPP.

Idiokratie und maximaler Schmerz

Neulich habe ich mir, in der Hoffnung, ein lustiges Filmerlebnis zu haben, den Film „Idiocracy“ angesehen und war auf der einen Seite begeistert, auf der anderen Seite ein wenig geschockt.

Geschockt, dass die Dystopie, die dort in eine Komödie verpackt wird und ein fiktives Amerika 500 Jahre in der Zukunft zeigt, so erschreckend real wirkt. Dazu müsste man nicht mal über den großen Teich gucken.

Alleine in Deutschland ist das Kinderaufkommen in bildungsnahen Schichten deutlich geringer als das in bildungsfernen Schichten.

Insgesamt war mir der Film – von der 500-Jahre-Einfriernummer mal abgesehen – viel zu realistisch, als dass ich es groß lustig finden könnte.

Ich habe bei dem Film kein einziges Mal lachen können.

***

Max Payne ist ein langweiliger Film, dafür mit einer genialen Optik. Das Spiel fand ich klasse, auch oder gerade wegen der Bullet-Time-Option. Im Film sieht das nach Matrix und Equilibrium nur noch halb so spannend aus. Vor allem, weil sich Max in der Zeitlupe nur genauso langsam bewegt wie alles andere auch.

Die Optik und die Orte haben mich ein paar Jahre zurückversetzt, alles kam mir seltsam vertraut vor, aber trotzdem wollte der Funke irgendwie nich überspringen. Es war zu erwarten, aber schade ist es trotzdem.

Kino 2010

Nachdem ich ja mal ein paar Zeichentrickserien aus meiner Kindheit habe Revue passieren lassen, hier mal mein Plan, welche Kinofilme es dieses Jahr wohl schaffen, mich ins Kino zu bewegen:

Da wären der Iron Man 2 mit Mickey Rourke und Robert Downey Jr., den ich mir zusammen mit Jude Law auch als Sherlock Holmes ansehen werde. Frau Schatz hat schon angekündigt, mich in „Das Kabinett des Doktor Parnassus“ zu schleifen. Und dort spielt auch Johnny Depp mit, den ich mir ziemlich sicher in „Alice im Wunderland“ ansehen werde, dann sogar in 3D.

Noch zur Debatte stehen „Surrogates“ mit Bruce „McClane“ Willis, dessen Prinzip mich stark an David Brins „Copy“ – ein großartiges Buch – erinnert.

Wie schaut’s denn bei euch aus? Geht ihr noch ins Kino? Welche Filme werdet ihr euch ansehen? Oder zieht ihr einfach nur alles aus dem Netz? Mit Flachbild-Heimkino, Soundanlage und schnellem Internet kann man ja so einiges ausgleichen, sagt der eine oder andere. In diesem Sinne bin ich dann wohl ein schlechter Pirat, wenn ich ins Kino gehe, CDs und DVDs kaufe…

Update: Ich habe wohl „Kick Ass“ vergessen, scheint mir. Mit Nicholas Cage, McLovin und ein paar anderen lustigen Typen.

Link-Ecke #7

Tja, im Jahresendstress lässt sich so manches nicht wirklich aufrechterhalten. Eigentlich sollte die Link-Ecke alle Woche erscheinen, nach der Pause starten wir dann mit der Ausgabe 7 ins neue Jahr.

Banshee und die verteilte Musikdatenbank

Der Umstieg von Pidgin auf Empathy? Das war bisher für die meisten eher Fluch statt Segen. Doch nun zeigt sich das vielfach angekündigte Potential in der libtelepathy. In Verbindung mit dem XMPP-Protokoll wird der Musikaustausch nun zum Kinderspiel.

Die Schizophrenie der Zahlschranke

Der Paid Content des Springer-Verlages ist über Google umsonst zu bekommen – und das ist vom Verlag gewollt. Trotzdem könnten bald alle im Netz zahlen.

Springer (vs.|&) Google: Mit Cloaking zum Erfolg?

Seit gestern ist ein Großteil der Inhalte des Hamburger Abendblattes im Internet nur noch kostenpflichtig erhältlich. Auch wenn der – laut Stefan Niggemeier für Mitarbeiter und Leser gleichermaßen überraschende – Schritt des Springer-Blattes für das Netz auf den ersten Blick keinen sonderlich großer Verlust bedeuten dürfte, ist er doch mit einer klaren Ansage verbunden: Bei Hamburgs größtem Lokalblatt ist’s vorbei mit kostenlos.

26C3: Wikipedia – Wegen Irrelevanz gelöscht

Ein brachialer Löschaktionismus, ein rüder Umgang mit Neuankömmlingen, ja gar der Stallgeruch einer Art Loge – betrachtet man beispielsweise die technische und intellektuelle Abgrenzung gegenüber Novizen – brachten der Wikipedia in den letzten Jahren einen stagnierenden Nachwuchs, sowie einen schlechten Leumund ein.

Thunderbird und die Sache mit der Schriftgröße

Im Thunderbird ist es kein Problem die Schriftgröße der Nachricht einzustellen (Strg + / Strg -). Davon unabhängig lässt sich die Schriftgröße der Mailanzeige und der Ordnerstruktur nicht ohne weiteres ändern.

Zeichentrickserien aus meiner Kindheit

Anlässlich einer Diskussion im Büro über alte Serien habe ich mal geschaut, welche Zeichentrickserien ich als Kind trotz Waldorfkindergarten so konsumiert habe. Die Liste ist so lang, dass man denken könnte, ich hätte meine halbe Kindheit vor der Glotze verbracht, was aber so nicht stimmt. Schließlich gabs nicht alles jeden Tag und ich habe auch nicht jede Folge gesehen. Aber das waren so die Sachen, die ich gerne gesehen habe und an die ich mich heute noch mehr oder weniger gut erinnern kann.

  • Alfred J. Kwak
  • Alvin und die Chipmunks
  • Batman
  • Bravestarr
  • Biker Mice From Mars
  • Captain Planet
  • Captain Future
  • Darkwing Duck
  • Ducktales
  • Defenders Of The Earth
  • Familie Feuerstein
  • Flash Gordon
  • Galaxy Rangers
  • Ghostbusters
  • Gummibärenbande
  • Mila
  • Scooby Doo
  • Saber Rider and the Star Sheriffs
  • Spiderman
  • Teenage Mutant Hero Turtles
  • Thundercats

Was habt ihr so geschaut? Hilfe beim Erinnern gibts bei Wikipedia. Oder auch bei Wikipedia(Englisch).

Mein neuer Schreibtischstuhl

Da mein aktueller verflossener Schreibtischstuhl nicht mehr wirklich brauchbar war, alt, ausgesessen, hässlich, habe ich jetzt kurz nach Jahresbeginn einen Schlussstrich gezogen und mit meinen „Weihnachtseinkünften“einen neuen Schreibtischstuhl gekauft.

„Mein neuer Schreibtischstuhl“ weiterlesen

E.OFF. Wie Stromlieferanten mit Kunden umgehen

E.OFF

0.5 Die Mahngebühren

Nun, dass Mahngebühren berechtigt sind, mag sein. Die Höhe ist in den meisten Fällen aber diskussionswürdig. Bei Mahngebühren von 5,70€ bei einer gerichtlichen „Norm“ von 2,50 pro Mahnschreiben, von denen meines Wissens nach das erste Schreiben gar keine Mahnung sein darf, ist es schon enorm. Aber auf die Mahngebühren komme ich nachher nochmal zurück.

1. Die Schlussrechnung

Am 29.11., also rund einen Monat nach Vertragsende, dass mein neuer Stromlieferant herbeigeführt hatte, kam die Schlussrechnung. Mittgeteilt wurde im Kleingedruckten, dass mein Zählerendstand, der mir als 20.004kWh am 31.10. mitgeteilt wurde, nur geschätzt, war weil ein Ablesen angeblich nicht möglich war. Mit dieser Angabe erstellte man mir eine Schlussrechnung, laut der ich noch 91€ nachzahlen müsste.

Nun habe ich am 5.12. den Zählerstand abgelesen und er betrug 19.486kWh. Da sind also, obwohl ich ca. 1 Monat später abgelesen habe, immer noch über 500kWh Unterschied. Das macht schon gute 100€ aus.

Rechnet man dann noch einen Monat zurück, fallen da nochmal ca. 120kWh weg.

2. Anruf bei bzw. von E.ON

Am 7.12. telefonierte ich dann also mit E.ON, um meine neu errechneten Daten mitzuteilen. Auf meine Frage, warum der Zähler denn bitte nicht abgelesen werden konnte, konnte man mir aber keine Antwort geben, ich müsse mich an meinen Netzversorger wenden. Auf die Frage, mit wem ich denn dann gerade telefoniere, sagte man mir, ich telefoniere mit der E.ON-Mitte Vertriebs GmbH, mein Ansprechpartner sei dafür aber der Versorger, man vertreibe ja nur.

Mit einem Feeling der Verarschung habe ich dann aufgelegt.

3. Die Rechnung

Eine Woche später lag die neue Rechnung im Kasten, mit einem Guthaben von ca. 22€. Mein Fehler, ich hatte nur den Stand am 5.12. auf meinem Spickzettel. Leider ließ sich das nicht nochmal beheben. Schade. Aber die Rechnung zeigt, dass zwischen der tatsächlichen und der Anfangs von E.ON aufgestellten Rechnung alleine schon ca. 100€ Unterschied liegen.

Das ist für mich inakzeptabel und grenzt schon an Kundenverarsche. Auch wenn es ehemalige Kunden sind.